14 March 2026, 16:17

Anke Engelke als Zugbegleiterin: Sechs Monate Deutsche Bahn zwischen Humor und Härte

Ein Schwarz-Weiß-Cartoon von einer Gruppe von Menschen, die vor einem Zug stehen und nach oben schauen, mit dem Text "humoristische Listen 18" auf einem Blatt Papier.

Anke Engelke als Zugbegleiterin: Sechs Monate Deutsche Bahn zwischen Humor und Härte

Komikerin und Schauspielerin Anke Engelke hat über sechs Monate bei der Deutschen Bahn gearbeitet – nicht nur als Schöpferin einer Webserie, sondern auch in praktischen Rollen wie Zugbegleiterin und Logistikmitarbeiterin. Doch das Projekt geriet in die Kritik, als ein Kölner Produzent der Serie vorwarf, seine ursprüngliche Idee kopiert zu haben.

Ihre Zeit beim Bahnkonzern gab ihr einen direkten Einblick in die täglichen Herausforderungen der Beschäftigten – von verbalen Beleidigungen bis hin zu körperlichen Auseinandersetzungen.

Engelkes Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn begann mit der zehnteiligen Webserie "Tina – Die Zugmanagerin", eine mit Humor und Selbstironie gespickte Produktion, die den Arbeitsalltag von Bahnmitarbeitenden begleitet. Schon zuvor hatte sie sich aus Neugier auf neue Erfahrungen in verschiedenen Berufen ausprobiert, etwa als Erntehelferin in einem Bio-Kosmetikunternehmen.

Während ihres Praktikums durchlief sie unterschiedliche Tätigkeitsbereiche – von der Logistik bis zum Führen von Zügen. Dabei erlebte sie mit, wie Mitarbeiter mit schwierigen Situationen umgehen, und registrierte, wie sie trotz Beschimpfungen, Anspucken oder unerwünschter körperlicher Berührungen Einfühlungsvermögen bewahren. Engelke, die privat selbst häufig mit der Bahn fährt und dabei stets eine Maske trägt, hatte übrigens zunächst eine journalistische Ausbildung beim Südwestfunk absolviert, bevor sie zur Comedy wechselte.

Ein Dämpfer für das Projekt war der Vorwurf eines Kölner Produzenten, die Serie ähnele frappierend seinem eigenen Konzept. Die mediale Berichterstattung über den Streit trübte den Blick auf die ursprüngliche Absicht der unterhaltsamen Serie.

Trotz der Kontroverse lenkte Engelkes Arbeit die Aufmerksamkeit auf das Engagement der Bahnmitarbeitenden. Die Serie sollte ihre Tätigkeiten menschlicher wirken lassen und zeigte, mit wie viel Widerstandskraft und Humor sie ihren Beruf ausüben.

Der Rechtsstreit warf zwar einen Schatten auf "Boah, Bahn!", doch Engelkes praktische Erfahrungen boten einen seltenen Einblick in die Realität des Bahnalltags. Ihre – wenn auch umstrittene – Serie machte auf die oft übersehenen Belastungen des Personals aufmerksam. Das Projekt bleibt ein Beweis für ihre Bereitschaft, sich in unbekannte Berufswelten einzutauchen.

Quelle