Atommüll-Transporte aus Jülich nach Ahaus starten trotz Protesten und unklarer Endlagerung
Stefanie GeißlerAtommüll-Transporte aus Jülich nach Ahaus starten trotz Protesten und unklarer Endlagerung
Deutschland bereitet die Verlegung von 152 Behältern mit atomarem Abfall vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus vor – trotz anhaltender Streitigkeiten über die Endlagerung. Die ersten Transporte sollen bereits nächste Woche beginnen und leiten damit einen langwierigen und umstrittenen Prozess ein. Der Müll lagert seit vier Jahrzehnten im Forschungszentrum Jülich, doch ein endgültiger Standort für die Entsorgung steht weiterhin aus.
Der Versuchsreaktor in Jülich wurde zwar bereits 1988 stillgelegt, doch sein radioaktives Erbe wirkt bis heute nach. Seit 2013 betreibt das Zentrum ein Zwischenlager ohne gültige Genehmigung – ein Umstand, der jahrelange politische und juristische Auseinandersetzungen ausgelöst hat. Das Forschungszentrum Jülich hat wiederholt eine Verlängerung der Lagerung auf seinem Gelände abgelehnt und die Regierung damit gezwungen, nach Alternativen zu suchen.
Der Atommüll soll in mehr als 50 Einzeltransporten nach Ahaus gebracht werden, einem Zwischenlager, dessen eigene Genehmigung 2036 ausläuft. Lokale Behörden und Atomkraftgegner haben vergeblich versucht, die Transporte zu stoppen. Kritisch bleibt auch der Zeitplan: Medienberichten zufolge könnte der erste von rund 150 Transporten noch vor dem 26. März starten.
Unterdessen hat die Debatte über die Kernenergie in Deutschland neue Brisanz erhalten, angeheizt auch durch europäische Spitzenpolitiker wie Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron. Einige Verantwortliche prüfen nun kleine modulare Reaktoren (SMR) als mögliche Alternative zu herkömmlichen Kraftwerken. Bisher gibt es jedoch keine betriebsbereiten SMR – die Technologie gilt damit als unausgereift.
Trotz ungelöster Fragen zur langfristigen Lagerung wird der Atommüll nach Ahaus gebracht. Das Zwischenlager dort bietet nur eine vorübergehende Lösung, da seine Genehmigung in etwas mehr als einem Jahrzehnt erlischt. Vorerst werden die Transporte wie geplant durchgeführt, während Deutschland weiterhin mit seiner atomaren Vergangenheit und einer ungewissen Zukunft ringt.






