Bergische Uni stellt Architekturstudium ein – trotz hoher Nachfrage und Renommee
Gesine StolzeBergische Uni stellt Architekturstudium ein – trotz hoher Nachfrage und Renommee
Die Bergische Universität plant, ihr renommiertes Architekturstudium in den kommenden zehn Jahren schrittweise auslaufen zu lassen. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der die Hochschule ab 2026 mit möglichen jährlichen Kürzungen von 5,7 Millionen Euro rechnen muss. Die Universitätsleitung betont jedoch, dass es sich dabei um eine strategische Neuausrichtung und nicht um pauschale Sparmaßnahmen handele.
Das Studienprogramm, das derzeit rund 500 Studierende zählt, ist eines von nur elf in Deutschland und genießt einen exzellenten Ruf – sowohl in puncto Qualität als auch internationaler Anerkennung. Die Hochschulleitung hat bestätigt, dass die reinen Bachelor- und Masterstudiengänge in Architektur schrittweise eingestellt werden. Bereits eingeschriebene Studierende erhalten verlängerte Übergangsregelungen, um ihr Studium abzuschließen. Statt flächendeckender Kürzungen verfolge man einen zielgerichteten Ansatz auf Basis langfristiger Kriterien, heißt es vonseiten der Universität.
Der Präsident der Architektenkammer kritisierte die Entscheidung scharf und bezeichnete sie als „einen dramatischen Verlust“ und „völlig inakzeptabel“. Die Nachfrage nach Absolventen bleibt hoch: Allein im September wurden 125 Stellenangebote ausgeschrieben. Zudem schneidet das Programm im CHE-Hochschulranking bei der Studienqualität sehr gut ab.
Die Fakultätsmitglieder wurden aufgefordert, ein Konzeptentwurf für die Neuausrichtung des Studiengangs vorzulegen – mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit. Die Universität hält an der Notwendigkeit dieser Umstrukturierung fest, trotz der starken Marktposition und des akademischen Renommees des Programms. Der Auslaufprozess wird etwa ein Jahrzehnt dauern, sodass aktuelle Studierende ausreichend Zeit haben, ihr Studium abzuschließen. Nun wird die Universität daran arbeiten, das Programm im Einklang mit den neuen strategischen Prioritäten umzugestalten. Welche Auswirkungen dies auf künftige Architekturstudierende und den regionalen Arbeitsmarkt haben wird, bleibt abzuwarten.






