Castor-Transport erreicht Ahaus trotz massiver Proteste und Polizeieinsatzes
Stefanie GeißlerCastor-Transport erreicht Ahaus trotz massiver Proteste und Polizeieinsatzes
Ein Castor-Behälter mit atomarem Abfall traf am frühen Mittwochmorgen in Ahaus ein. Der Transport, der 170 Kilometer vom Forschungszentrum Jülich aus unterwegs war, wurde von Polizei und Sicherheitskräften eng begleitet. Entlang der Strecke versammelten sich Demonstranten, um ihren Protest gegen den Transport zum Ausdruck zu bringen.
Der Konvoi brach gegen 10 Uhr in Jülich auf – der erste von insgesamt 152 geplanten Transporten. Seit 2022 war erst ein einziger Behälter verlagert worden; dieser aktuelle Transport begann am 24. März 2026. Über 2.400 Polizeibeamte waren im Einsatz, unterstützt von Strahlenschutzeinheiten, Anti-Drohnen-Maßnahmen und Spezialkräften.
Während der Fahrt durch Nordrhein-Westfalen gab es keine Zwischenfälle oder Störungen. Dennoch organisierten Atomkraftgegner unter der Führung der Aktivistin Hanna Poddig Proteste entlang der Route. Poddig hatte mit der Polizei verhandelt, um Demonstranten die Anreise per Fahrrad zu ermöglichen. Sie argumentierte, solche Transporte müssten gestoppt werden, bis ein Endlager für den Atommüll gefunden sei.
Nach der Aktion gab es politische Kritik. Oppositionsparteien wie die SPD und die Linke verurteilten die Atomtransporte. Innenminister Herbert Reul hingegen deutete an, dass sich durch die wiederholten Transporte ein "Gewöhnungseffekt" in der Bevölkerung einstellen könnte.
Der Behälter kam ohne Vorfälle an, doch der Einsatz zeigte die anhaltenden Spannungen in der Frage der Atommüll-Entsorgung. Weitere Transporte sind in den kommenden Monaten geplant – die Behörden bereiten sich auf anhaltende Sicherheitsherausforderungen und Proteste vor.






