31 March 2026, 00:21

Der Frauenpfahl am Bodensee: Wo Hexenverfolgung und Legenden aufeinandertreffen

Nebliger Friedhof mit verstreuten Grabsteinen und Bäumen im Hintergrund unter einem nebligen grauen Himmel.

Der Frauenpfahl am Bodensee: Wo Hexenverfolgung und Legenden aufeinandertreffen

Am Ufer des Bodensees markiert eine weiße Gitterkugel auf einem hölzernen Pfahl einen düsteren Abschnitt der Geschichte. Bekannt als der Frauenpfahl, war dieser unscheinbare Ort einst Schauplatz grausamer Hinrichtungen – hier fanden zwischen 1526 und 1534 neunundvierzig Frauen, der Hexerei beschuldigt, den Tod. Heute zieht er Besucher an, besonders zu Halloween, wenn die schauerliche Vergangenheit mit den unheimlichen Herbstabenden verschmilzt.

Der Frauenpfahl steht direkt vor dem Stadtgarten von Konstanz, ein ruhiger Kontrast zu seinem finsteren Erbe. Hier wurden Frauen, die der Hexerei für schuldig befunden worden waren, in Säcke eingenäht und im See ertränkt. Einige Berichte beschreiben sogar, dass man ihnen Tiere wie Katzen oder Schlangen in die Säcke steckte. Historische Aufzeichnungen bestätigen die Hinrichtung von mindestens 49 Frauen, darunter Anna Hamerin und Margaretha Frischlin, um das Jahr 1532.

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Entgegen lokalen Legenden gibt es keine belegten Fälle, in denen Frauen an diesem Ort wegen Diebstahls oder Ehebruchs ertränkt wurden. Eine Ausnahme bildet jedoch Apollonia, eine Diebin, die am 9. November 1532 hier hingerichtet wurde. Eine weitere Volksüberlieferung erzählt von einer Frau, die versuchte, mit ihrem Baby den Gnadensee zu durchschwimmen und dabei ihr Kind den Wellen verlor. Auf wundersame Weise blieb ihr selbst die Hinrichtung am Frauenpfahl erspart.

Heutzutage ist der Ort zu einem Anziehungspunkt für Halloween-Führungen geworden. Die kühle Herbstbrise und die flackernden Schatten am Seeufer schaffen eine unheimliche Atmosphäre. Besuchern wird empfohlen, warme Kleidung und eine Taschenlampe für abendliche Spaziergänge mitzubringen. In der Nähe bieten der Konstanzer Münster und die Blumeninsel Mainau leichtere Alternativen für Erkundungen der Region.

Der Frauenpfahl bleibt eine gespenstische Mahnung an die Vergangenheit Konstanz'. Während seine Geschichte tief in der Tragödie verwurzelt ist, dient er heute als Ort, an dem der Frauen gedacht wird, die einst angeklagt wurden. Zu Halloween verwandelt die Mischung aus Legende und Landschaft diesen Seeuferort in ein unvergessliches – wenn auch schauerliches – Erlebnis.

Quelle