Deutsche Technologie setzt in der Batterieproduktion auf Spezialisierung gegen China
Stefanie GeißlerDeutsche Technologie setzt in der Batterieproduktion auf Spezialisierung gegen China
Eine neue Studie unterstreicht die Stärken der deutschen Technologie in der Batterieproduktion – trotz der Konkurrenz durch chinesische Hersteller. Im Auftrag der Circular Valley Foundation wurde die Untersuchung vom PEM-Institut der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit PEM Motion durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass deutsche Unternehmen durch Spezialisierung und Kooperation in Schlüsselsektoren wie Automatisierung und Nachhaltigkeit wettbewerbsfähig bleiben können.
Die Studie analysiert, wie der deutsche Maschinen- und Anlagenbau eine führende Rolle in der Batterieherstellung behalten kann. Zwar profitieren chinesische Gigafabriken von niedrigeren Kosten und weniger Produktionsfehlern, doch deutsche Firmen bieten bereits zuverlässige Lösungen für nahezu jeden Schritt der Wertschöpfungskette. Unternehmen wie Dürr und GROB treiben Innovationen voran – etwa durch die Entwicklung kompletter Produktionsstraßen oder fortschrittlicher Verfahren wie die Trockenbeschichtung von Elektroden und hochpräzises Kalandrieren.
Die Forscher identifizierten zwei mögliche Strategien für die industrielle Zukunft Europas: Entweder den Aufbau gemeinsamer Plattformen mit Arbeitsteilung oder die Konzentration auf spezialisierte Nischenmärkte. Der Bericht nennt zudem deutsche Vorreiter wie das Battery Labfactory Braunschweig (BLB) der TU Braunschweig für die Pilotproduktion, Sonnen GmbH für intelligente Batteriespeicher, Solarwatt für PV-Speichersysteme und SGL Carbon für Graphit-Anodenmaterialien.
Die Erkenntnisse der Studie werden die Diskussionen auf einem hochrangigen Treffen am 14. November 2025 prägen. An diesem Tag unterzeichnen die Ministerpräsidenten der Niederlande, Flanderns und Nordrhein-Westfalens eine gemeinsame Erklärung zu Kreislaufwirtschaftspolitik – gestützt auf die zentralen Schlussfolgerungen der Untersuchung. Der vollständige Bericht steht als kostenloser PDF-Download zur Verfügung.
Laut Studie können deutsche Unternehmen globale Wettbewerbsfähigkeit erreichen, indem sie sich auf technologische Spezialisierung und starke Branchenpartnerschaften konzentrieren. Zudem betont sie die Bedeutung nachhaltiger und digitalisierter Prozesse in der Batterieproduktion der Zukunft. Die Empfehlungen fließen nun in politische Entscheidungen in drei europäischen Regionen ein.






