03 April 2026, 10:21

Duisburger Hafen: 95 Prozent der Belegschaft fordern Tarifvertrag – Verdi erhöht Druck

Plakat mit einem britischen Granitarbeiter vor einer Bergkulisse, mit dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granitarbeiter - Die Fair-Wage-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Duisburger Hafen: 95 Prozent der Belegschaft fordern Tarifvertrag – Verdi erhöht Druck

Beschäftigte der Duisburger Hafen AG drängen auf Tarifvertrag – 95 Prozent unterstützen Forderung in Verdi-Umfrage

Die Belegschaft der Duisburger Hafen AG fordert die Einführung eines Tarifvertrags – mit massiver Rückendeckung: 95 Prozent der Mitarbeiter spürten in einer aktuellen Umfrage der Gewerkschaft Verdi ihrer Forderung Nachdruck. Die Klagen über unfaire Löhne und prekäre Arbeitsbedingungen setzen die Hafengesellschaft unter Zugzwang. Mittlerweile hat der Konflikt auch politische Kreise erreicht, darunter führende SPD-Politiker.

Auslöser der Auseinandersetzung waren die wachsende Unzufriedenheit mit Lohnungleichheiten und unberechenbaren Schichtplänen. Viele Beschäftigte verdienen weniger als Kollegen in anderen deutschen Häfen wie Wilhelmshaven und erhalten zudem keine Weihnachtsgeldzahlung. Der Betriebsrat gab später zu, von der zunehmenden Nachfrage nach einem Tarifvertrag nicht informiert gewesen zu sein.

Unternehmenschef Markus Bangen lehnte den Verdi-Vorschlag kategorisch ab und bestehe auf die Beibehaltung des bestehenden Entlohnungssystems. Bundesarbeitsministerin und SPD-Vorsitzende Bärbel Bas betonte unterdessen ihre Unterstützung für flächendeckende Tarifbindungen in Deutschland. Ihre Parteikollegin, Bundesinnenministerin Nancy Faeser, rief beide Seiten zu konstruktiven Verhandlungen auf, um die Eskalation zu verhindern.

Auch lokalpolitisch gewinnt der Streit an Brisanz. Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link, der als möglicher Herausforderer von CDU-Ministerpräsident Hendrik Wüst für die anstehende Landtagswahl gehandelt wird, hat sich bisher nicht öffentlich geäußert. Die Belegschaft kritisiert unterdessen weiterhin willkürliche Lohnunterschiede und kurzfristige Schichtänderungen, die ihre Work-Life-Balance massiv beeinträchtigten.

In den vergangenen fünf Jahren gab es keine vergleichbaren Tarifkonflikte in deutschen Häfen. Unklar bleibt zudem, wie viele öffentliche Hafenbetreiber derzeit überhaupt unter Tarifverträgen operieren.

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Der Machtkampf bei der Duisburger Hafen AG offenbart tiefe Gräben zwischen Geschäftsführung und Belegschaft in Sachen Bezahlung und Arbeitsbedingungen. Mit der Einmischung politischer Akteure könnte das Verhandlungsergebnis nun richtungsweisend für die Arbeitsbeziehungen in der gesamten Branche werden. Während die Mitarbeiter auf eine Reaktion warten, bereitet sich Verdi auf weitere Gespräche vor.

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