Düsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild kommt nach Oberbilk
Julian KlingelhöferDüsseldorfs umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild kommt nach Oberbilk
Düsseldorf stellt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk vor
Diese Woche Donnerstag wird die Stadt Düsseldorf bei einer öffentlichen Versammlung die Pläne für ein neues Drogenberatungszentrum im Stadtteil Oberbilk vorstellen. Die Einrichtung, die sich am Zürcher Modell zur Suchtbewältigung orientiert, soll medizinische und psychiatrische Betreuung für Menschen mit Substanzproblemen bieten. Doch das Projekt stößt bereits jetzt auf Widerstand bei Anwohnern und lokalen Initiativen.
Das Zentrum wird schrittweise eingeführt, wobei der Start in diesem Sommer im Rahmen eines modularen Systems erfolgen soll. Zu den Angeboten zählen Beratungsgespräche, grundlegende medizinische Versorgung und psychiatrische Unterstützung. Die Stadt hat 3,3 Millionen Euro bereitgestellt, um das Zürcher Modell anzupassen, das auf Schadensminimierung und kontrollierte Konsumräume setzt.
In Zürich bietet das Drogeninformationszentrum (DIZ) Dienstleistungen wie Drogenchecks, Jugendaufklärung und Aufklärung über sicheren Konsum an. Die Stadt hat zudem drei ausgewiesene Zonen eingerichtet, in denen begrenztes Drogenkonsumverhalten geduldet wird – bei gleichzeitiger konsequenter Ahndung von offenem Drogenhandel. Berichte aus dem Jahr 2026 zeigen, dass die öffentliche Belästigung zurückging und das Interesse anderer deutscher Städte an dem Modell wächst, auch wenn die polizeiliche Durchsetzung weiterhin eine Herausforderung bleibt.
Die Düsseldorfer Verwaltung argumentiert, dass das Zentrum die Sicherheit erhöhe, indem die Suchthilfe von öffentlichen Plätzen in kontrollierte Räume verlagert werde. Die Bürgerinitiative Eisenstraße, die über 2.200 Unterstützerunterschriften vorweisen kann, wirft dem Projekt jedoch vor, gegen geltendes Recht zu verstoßen. Zudem warnen die Initiatoren, dass die Nähe zu Schulen und Kitas den Standort ungeeignet mache. Die Gruppe fordert stattdessen mehr Polizeipräsenz und lehnt das Konzept der Schadensminimierung ab.
Bei der Veranstaltung am Donnerstag erhalten Anwohner die Möglichkeit, ihre Bedenken zu äußern und Details aus erster Hand von der Stadt zu erfahren.
Das Oberbilker Zentrum ist Teil einer umfassenderen Strategie, um die Drogenproblematik rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof anzugehen. Sollte es genehmigt werden, reiht es sich in eine wachsende Zahl deutscher Städte ein, die ähnliche Modelle einführen. Während die Stadtversaltung betont, dass das Projekt den Drogenkonsum auf der Straße verringern werde, fordern Gegner weiterhin rechtliche Anpassungen und eine Verlegung des Standorts.