24 April 2026, 10:24

Evonik-Chef Kullmann fordert das Ende des EU-Emissionshandels – "schadet der Industrie"

Plakat mit der Aufschrift "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" mit einem Logo, das die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 fordert.

Evonik-Chef fordert Abschaffung des Emissionshandels - Evonik-Chef Kullmann fordert das Ende des EU-Emissionshandels – "schadet der Industrie"

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, fordert die Abschaffung des EU-Emissionshandels (ETS). Er argumentiert, dass die aktuellen CO₂-Preisregeln der europäischen Industrie mittlerweile mehr schadeten als dem Klima nützten. Seine Kritik kommt zu einer Zeit, in der der globale Wettbewerb zunimmt und Konkurrenten von geringeren Kosten sowie staatlicher Unterstützung profitieren.

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Das EU-Emissionshandelssystem funktioniert über eine Obergrenze für Treibhausgasemissionen und ermöglicht Unternehmen den Handel mit Zertifikaten. Doch Kullmann hält das System für veraltet. Er verweist auf die wachsende Konkurrenz durch staatlich geförderte Unternehmen außerhalb Europas, wo Energie und Rohstoffe deutlich günstiger sind.

Zudem bezeichnet Kullmann die geplante EU-CO₂-Grenzausgleichsabgabe (CBAM) als unzureichend und kaum durchsetzbar. Seiner Meinung nach wird die Maßnahme europäische Hersteller nicht fairstellen. Seine Position spiegelt die wachsende Sorge wider, dass das ETS heimische Industrien benachteiligt, statt spürbare Emissionsreduktionen zu bewirken.

Der Evonik-Chef betont, dass globale wirtschaftliche Verschiebungen das aktuelle Modell unwirksam gemacht hätten. Ohne grundlegende Reformen oder einen kompletten Neuanfang warnt er davor, dass Europas Industrie weiter an Boden gegenüber günstigeren, weniger regulierten Konkurrenten verlieren werde.

Kullmanns Forderungen unterstreichen die zunehmende Unzufriedenheit europäischer Wirtschaftsführer mit der Klimapolitik. Das ETS sollte Emissionen durch marktwirtschaftliche Anreize senken – doch Kritiker zweifeln inzwischen an seiner Vereinbarkeit mit der Wettbewerbsfähigkeit. Ohne Änderungen könnte das System auf wachsenden Widerstand von Industriegrößen wie Evonik stoßen.

Quelle