FDP in Bergisch Gladbach fordert radikale Sparreformen statt Koalitionsstreit
Stefanie GeißlerFDP in Bergisch Gladbach fordert radikale Sparreformen statt Koalitionsstreit
Die FDP in Bergisch Gladbach hat die anhaltende Debatte über Koalitionspolitik in der Stadt scharf kritisiert. Parteimitglieder argumentieren, dass die Diskussionen über politische Bündnisse dringendere Themen wie Haushaltslücken und steigende Personalkosten in den Hintergrund drängen.
Die Freien Demokraten fordern nun rasches Handeln bei der geplanten Deckelung der Personalkosten, die sie als unverzichtbar für Modernisierung und politische Handlungsfähigkeit betrachten. Der Stadtrat und FDP-Vertreter Dr. Alexander Engel wirft vor, dass konservative und liberale Vorschläge immer wieder am Widerstand linker Parteien scheitern. Ohne strukturelle Reformen, so seine Warnung, werde die Stadt kaum in der Lage sein, sich an eine Zukunft mit weniger Erwerbstätigen anzupassen.
Zudem macht die Partei auf die prognostizierten jährlichen Haushaltsdefizite von rund 50 Millionen Euro bis 2030 aufmerksam. Die FDP-Stadträtin Dorothee Wasmuth kritisiert, die aktuelle "Brandmauer"-Debatte sei kurzsichtig und lenke von den eigentlichen Problemen ab. Statt über Koalitionen zu streiten, müsse man endlich praktikable Lösungen erarbeiten.
Obwohl die FDP die Leistung der kommunalen Beschäftigten anerkennt, betont sie die Notwendigkeit langfristiger struktureller Weichenstellungen. Aktuell arbeiten 280 Mitarbeiter in der Stadtverwaltung für 111.361 Einwohner, bei 35.124 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen – ein Verhältnis von 0,32 Jobs pro Einwohner, das Bergisch Gladbach bundesweit auf Platz 2.123 bringt.
Angesichts der finanziellen Belastungen und des demografischen Wandels wiederholt die FDP ihre Forderung nach Reformen. Die Partei drängt den Oberbürgermeister, die Personalkostenobergrenze umgehend umzusetzen. Weitere Verzögerungen, so die Warnung, würden die wirtschaftliche Perspektive der Stadt zusätzlich verschlechtern. Ohne Kurskorrektur drohten steigende Ausgaben und politische Blockaden die Handlungsfähigkeit der Stadt langfristig einzuschränken.






