Forscher analysieren, wie 15-Minuten-Städte den urbanen Güterverkehr revolutionieren könnten
Gesine StolzeForscher analysieren, wie 15-Minuten-Städte den urbanen Güterverkehr revolutionieren könnten
Ein neues Forschungsprojekt untersucht, wie das Konzept der 15-Minuten-Stadt den urbanen Güterverkehr beeinflussen könnte. Das POTUS-Projekt, geleitet von der Bergischen Universität Wuppertal, zielt darauf ab, zu verstehen, wie sich die Nachfrage nach Lieferdiensten in Stadtvierteln verändert, die auf kurze Wege im Alltag ausgelegt sind. Die Studie analysiert, wie Merkmale eines Bezirks – etwa ein hoher Anteil junger Bewohner – die logistischen Anforderungen prägen.
Das Modell der 15-Minuten-Stadt soll es ermöglichen, tägliche Grundbedürfnisse zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Damit sollen Komfort gesteigert und CO₂-Emissionen reduziert werden. Doch wie das POTUS-Team betont, sind Daten zum städtischen Güterverkehr oft lückenhaft – was die Planung effizienter Transportlösungen erschwert.
Das Projekt bündelt europaweit Kräfte, um Daten aus verschiedenen Ländern zu vergleichen und zu nutzen. Beteiligt sind Partner aus Österreich, Schweden, Frankreich und Italien sowie deutsche Städte wie Düsseldorf und Wiesbaden. Das Team wird untersuchen, wann und wo der Güterverkehr in 15-Minuten-Stadtvierteln besonders stark ist.
Mit rund 1,4 Millionen Euro gefördert – aus dem EU-Programm Driving Urban Transitions und nationalen Quellen – wird das Vorhaben vom Lehrstuhl für Güterverkehrsplanung und Transportlogistik koordiniert. Regelmäßige Befragungen sollen helfen, nachhaltige Konzepte für den urbanen Güterverkehr zu entwickeln.
Die Ergebnisse könnten neue Erkenntnisse liefern, wie lokale Lieferketten in verdichteten Stadtgebieten funktionieren. Bessere Daten könnten Städten ermöglichen, Transportsysteme zu gestalten, die klimafreundliche Entwicklung unterstützen. Die Projektergebnisse sollen künftige Verkehrsplanungspolitiken mitprägen.
