Gamescom 2024: Warum Gamer politischer, einsamer und angefeindeter sind als der Durchschnitt
Stefanie GeißlerGamescom 2024: Warum Gamer politischer, einsamer und angefeindeter sind als der Durchschnitt
Gamescom, die größte Messe der Welt für Video- und Computerspiele, öffnet diesen Mittwoch in Köln ihre Tore. Bis Sonntag werden Hunderttausende Spielefans erwartet. Eine aktuelle Umfrage zeigt dabei markante Unterschiede zwischen passionierten Gamern und der Allgemeinbevölkerung – sowohl in sozialen Einstellungen als auch in persönlichen Erfahrungen.
Laut der Erhebung haben 27 Prozent der engagierten Spieler im vergangenen Jahr an einer Demonstration teilgenommen – fast doppelt so viele wie in der Gesamtbevölkerung (14 Prozent). Zudem sind 75 Prozent der Vielspieler männlich, wobei 55 Prozent zwischen 16 und 34 Jahre alt sind.
Verbale Angriffe stellen im Gaming-Bereich ein großes Problem dar: 38 Prozent der häufigen Spieler gaben an, „sehr oft oder recht oft“ beleidigt zu werden. Bei allen Spielern – inklusive Gelegenheitsgamern – sind es immerhin 14 Prozent, die regelmäßig mit Beschimpfungen konfrontiert sind. Viele erleben zudem schwere Cybermobbing-Attacken, die von Drohungen mit körperlicher Gewalt bis hin zu Vergewaltigung reichen.
Die Umfrage förderte zudem besorgniserregende gesellschaftliche Haltungen unter Hardcore-Gamern zutage: Feindseligkeit gegenüber LGBTQ+-Personen und antifeministische Einstellungen sind hier vergleichsweise verbreitet. Darüber hinaus stimmten 43 Prozent der Vielspieler der Aussage zu, Juden hätten zu viel Einfluss in der Welt – in der Gesamtgruppe der Befragten waren es 26 Prozent. Auch Einsamkeit betrifft diese Gruppe stärker: 58 Prozent der engagierten Gamer fühlen sich mäßig oder stark einsam, gegenüber 43 Prozent aller Teilnehmer.
Die Ergebnisse zeichnen ein ambivalentes Bild der Vielspieler: Sie sind sozial engagiert, aber gleichzeitig besonders anfällig für Belästigung, leiden häufiger unter Einsamkeit und vertreten teilweise umstrittene Ansichten. Die Daten liefern damit eine wichtige Einordnung, während die Gamescom in dieser Woche ihre riesige Besucherschar empfängt.






