Gedenkfeier für getötete Straßenarbeiter: Zwölf Tote in fünf Jahren auf Autobahnen
Stefanie GeißlerGedenkfeier für getötete Straßenarbeiter: Zwölf Tote in fünf Jahren auf Autobahnen
In einer feierlichen Gedenkveranstaltung in der Autobahnkapelle an der A31 bei Gescher wurde der im Dienst getöteten Straßenarbeiter gedacht. Rund 250 Angehörige, Kollegen und Vertreter aus Politik und Behörden versammelten sich, um derer zu gedenken, die in Baustellen auf deutschen Autobahnen ihr Leben verloren. Die Veranstaltung lenkte den Blick auf die anhaltenden Sicherheitsbedenken für Arbeiter auf den Fernstraßen.
In den vergangenen fünf Jahren starben bundesweit zwölf Straßenarbeiter bei Unfällen in Autobahnbaustellen. Nun fordern die Behörden strengere Vorsichtsmaßnahmen, um weitere Tragödien zu verhindern. Wie aus offiziellen Zahlen des ADAC und des Bundesverkehrsministeriums für den Zeitraum von 2021 bis 2025 hervorgeht, gab es zwölf Todesfälle unter Straßenarbeitern. Die Opfer verunglückten in getrennten Vorfällen: drei im Jahr 2021, zwei 2022, vier 2023, zwei 2024 und einer im Jahr 2025. Erst im September kam ein Arbeiter ums Leben, als er auf der A2 bei Gütersloh Leitplanken montierte. Zehn weitere Personen wurden in ähnlichen Vorfällen während desselben Zeitraums verletzt.
Alleine in Westfalen und der Rheinregion ereigneten sich im vergangenen Jahr etwa 45 Unfälle mit Beteiligung von Straßenarbeitern – sämtlich verursacht durch Fremdverschulden, oft in Verbindung mit überhöhter Geschwindigkeit oder Ablenkung am Steuer. Im Münsterland hingegen gab es keine Verletzungen von Arbeitern, lediglich leichte Sachschäden an Baustellen.
Elfriede Sauerwein-Braksiek, eine Verkehrssicherheitsaktivistin, appellierte an Autofahrer, in Baustellenbereichen besonders umsichtig zu fahren. Auch die Autobahnverwaltung warnte eindringlich vor der Nutzung des Handys während der Fahrt, insbesondere in Baustellenabschnitten. Um die Sicherheit zu erhöhen, werden derzeit neue digitale Warnsysteme eingeführt. Diese informieren Autofahrer und Busfahrer, wenn sie sich mit zu hoher Geschwindigkeit einer Baustelle nähern.
Sowohl die Autobahn GmbH des Bundes als auch die Straßenbauverwaltung Nordrhein-Westfalen betonten die Notwendigkeit eines gestärkten Problembewusstseins. Sie wiesen darauf hin, dass bereits kleine Unachtsamkeiten oder überhöhte Geschwindigkeit für die auf Autobahnen arbeitenden Menschen tödliche Folgen haben können.
Die jährliche Gedenkfeier in der Kapelle an der A31 mahnt die täglichen Risiken an, denen Straßenarbeiter ausgesetzt sind. Neue Sicherheitsvorkehrungen, darunter digitale Warnsysteme, sollen Unfälle reduzieren, die durch Fahrlässigkeit verursacht werden. Die Behörden überwachen weiterhin besonders gefährdete Abschnitte und fordern eine konsequentere Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr.






