22 March 2026, 10:19

Hambacher Tagebau wird zum See – doch die Kritik an Rheinwasser-Pipeline wächst

Alte detaillierte Karte des Rheins in Deutschland mit Text oben und unten, die Flüsse, Städte und geografische Merkmale zeigt.

Hambacher Tagebau wird zum See – doch die Kritik an Rheinwasser-Pipeline wächst

Ein gewaltiges Projekt zur Flutung des Hambacher Braunkohletagebaus mit Rheinwasser hat begonnen. Der Bau einer 45 Kilometer langen Pipeline, bestehend aus 10.000 Rohren – einige mit einem Durchmesser von bis zu 2,2 Metern –, ist angelaufen. Das Vorhaben soll die ehemalige Kohlegrube in einen See verwandeln – doch nicht ohne Kritik.

Kritiker, darunter Umweltverbände, hinterfragen die langfristigen Folgen für die Wasserqualität und regionale Ressourcen. Lokale Verantwortliche und der Energiekonzern RWE hingegen betonen, das Projekt sei ein Schritt hin zu strukturellem Wandel und ökologischem Gleichgewicht.

Die Pipeline markiert den Start eines ehrgeizigen Plans, den Hambacher Tagebau bis 2030 mit Rheinwasser zu fluten. Die Befüllung des Sees wird 40 Jahre dauern, und es werden weitere Jahrzehnte vergehen, bis der Rhein den Wasserstand auf natürliche Weise halten kann. In der Nähe soll 2036 der Tagebau Garzweiler folgen und ebenfalls mit Rheinwasser geflutet werden, während der kleinere Tagebau Inden ab 2030 mit Wasser aus der Rur überflutet wird.

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RWE-Vorstandsmitglied Lars Kulik bezeichnete die Pipeline als "Symbol für Verlässlichkeit" und erklärte, sie werde neue Seen schaffen, den Wasserkreislauf stabilisieren und Feuchtgebiete schützen. Elsdorfs Bürgermeister Andreas Heller nannte den Baubeginn ein Zeichen des strukturellen Wandels und prognostizierte, der künftige See werde das Profil der Stadt stärken. Dennoch steht die Genehmigung zur Einleitung von Wasser in den Hambacher See noch aus; die Bezirksregierung Arnsberg will das Zulassungsverfahren im Herbst einleiten.

Umweltverbände wie der BUND und die Initiative Alle Dörfer bleiben äußerten Bedenken hinsichtlich möglicher Verunreinigungen und der Wasserqualität. Andreas Büttgen von der Bürgerinitiative Bürger für Bürger warnte, RWE könnte das Projekt aufgeben und die Steuerzahler mit den langfristigen Kosten belasten. Zudem erhöht Microsofts neues Hyperscale-Rechenzentrum in der Region den Wasserbedarf für die Kühlung erheblich – was Ängste vor Knappheit schürt.

Die endgültige Entscheidung über die Wasserentnahmegenehmigung wird für den Herbst 2026 erwartet, nachdem die Wasserbehörde eine Prüfung durchgeführt hat. Eine technische Baugenehmigung erteilte der Regierungsbezirk Arnsberg bereits im Januar 2026, doch das vollständige wasserrechtliche Zulassungsverfahren steht noch aus.

Das Pipeline-Projekt schreitet voran, obwohl Fragen zu Wassernutzung und Umweltrisiken ungeklärt bleiben. Falls es umgesetzt wird, entstehen aus den gefluteten Tagebauen neue Seen – doch der Prozess wird sich über Jahrzehnte hinziehen. Der Erfolg hängt von behördlichen Genehmigungen, dem Engagement von RWE und der Fähigkeit der Region ab, den konkurrierenden Wasserbedarf zu bewältigen.

Quelle