07 June 2026, 18:17

KI-Beauftragte an Schulen: Wer soll Schüler und Lehrer durch die digitale Revolution führen?

Kein AI-Tool in Sicht - Ministerium bietet Lehrern 'Selbstlernkurs'

KI-Beauftragte an Schulen: Wer soll Schüler und Lehrer durch die digitale Revolution führen?

Ein neuer Vorschlag sieht vor, in jeder deutschen Schule eine KI-Beauftragte oder einen KI-Beauftragten einzusetzen, um Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern zu unterstützen. Diese Fachkraft soll auf anschauliche Weise die Grundlagen, Risiken und rechtlichen Grenzen Künstlicher Intelligenz vermitteln. Die Idee entsteht vor dem Hintergrund anhaltender Debatten darüber, wie Schulen mit KI-Tools umgehen und Datenschutzbedenken Rechnung tragen sollen.

Die vorgeschlagene KI-Beauftragte könnte als Beamtin oder Beamter fungieren und wäre für interne Schulungen sowie fächerübergreifende Unterrichtsplanung zuständig. Zu ihren Aufgaben gehörten zudem die Erprobung neuer Prüfungsformate und die Organisation von Informationsveranstaltungen für Eltern. Ziel ist ein transparenter Umgang mit KI in der Bildung, der gleichzeitig die Einhaltung des Datenschutzes gewährleistet.

Laut aktuellem Ministeriumsplan sollen Lehrkräfte KI eigenständig in ihrer Freizeit studieren, um sich auf den Einsatz im Unterricht vorzubereiten. Kritiker monieren jedoch, dass damit die Verantwortung auf die Lehrkräfte abgewälzt werde, ohne ausreichende Unterstützung zu bieten. Als Alternative wird vorgeschlagen, dass Lehrkräfte große Sprachmodelle (LLMs) zur eigenen Entlastung nutzen dürfen – ohne Datenschutzrisiken oder zusätzliche Kosten.

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Unterdessen bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Lehrerausbildung in Deutschland. Viele Referendarinnen und Referendare berichten, sie fühlten sich aufgrund eines zu theorielastigen Lehrplans nicht ausreichend auf den Schulalltag vorbereitet. Der Bundeselternrat fordert dringend Reformen und bezeichnet veraltete Schulsysteme als Hindernis für eine moderne Bildung.

An einigen Schulen könnte Lehrkräften bald erlaubt werden, den freiwilligen Einsatz von LLMs ohne private Kosten zu gestatten. Doch das grundsätzliche Problem bleibt: Würde der Staat ein KI-Tool bereitstellen, müsste er auch die Datenschutzverantwortung und die Finanzierung übernehmen – und könnte so die Lehrkräfte von dieser Last befreien.

Der Vorschlag, KI-Beauftragte an Schulen einzuführen, unterstreicht die wachsende Nachfrage nach strukturierter KI-Bildung. Sollte er umgesetzt werden, könnte er die Art und Weise verändern, wie Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern mit Technologie im Unterricht umgehen. Die Diskussion macht zudem deutlich, vor welchen größeren Herausforderungen die Lehrerausbildung und die Modernisierung der Schulen in ganz Deutschland stehen.

Quelle