29 June 2026, 20:29

Klassik im Umbruch: Absagen, Sanierungen und Skandale prägen die Szene

Zu viel Hysterie!

Klassik im Umbruch: Absagen, Sanierungen und Skandale prägen die Szene

Die Welt der klassischen Musik erlebt derzeit eine Reihe aufsehenerregender Entwicklungen. Matthias Goerne sagte seine Auftritte in Israel ab, während Tobias Kratzers Münchner Ring-Zyklus von der Kritik gefeiert wird. Unterdessen wird in Berlin über einen provisorischen Spielort für die Philharmonie während der anstehenden Sanierung diskutiert.

Matthias Goerne musste seine geplanten Auftritte in Israel, darunter Herzog Blaubarts Burg, wegen Reiseproblemen absagen. In München hat Tobias Kratzers Inszenierung des Rings breite Anerkennung gefunden – besonders Die Walküre wurde von Kritiker Philipp von Studnitz gelobt.

Andrea Zietzschmann, Intendantin der Philharmonie, hat die Auftrittsformate des Orchesters neu gedacht und bleibt der musikalischen Exzellenz verpflichtet. Dennoch ist ihre Zukunft an der Institution ungewiss: Gerüchten zufolge könnte ihr Vertrag nicht über 2028 hinaus verlängert werden. Zudem äußerte sie Skepsis gegenüber dem von Berlin favorisierten Interimsstandort ICC während der für 2032 geplanten Philharmonie-Sanierung. Eine Umfrage von BackstageClassical zeigt, dass 66 Prozent der Befragten den Tempelhof als Alternative bevorzugen, während VAN Magazine die Kosten dort auf über eine Milliarde Euro schätzt.

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Andernorts sieht sich John Eliot Gardiner Vorwürfen wegen unangemessenen Verhaltens beim Leipziger Bachfest ausgesetzt. Karin Bergmann, die Nachfolgerin von Markus Hinterhäuser, hat angeboten, seine geplanten Konzerte zu übernehmen, doch eine Reaktion steht noch aus. Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda verteidigte öffentlich die umstrittenen Äußerungen Michel Friedmans zur deutschen kulturellen Identität.

In Bonn erklärte Beethovenfest-Leiter Steven Walter sein Festival zur „No-Dick-Pic-Zone“ und verweigerte Wiederholungstätern den Zutritt. Oliver Wille von den Hitzacker Sommerlichen Musiktagen forderte mehr Hingabe für die Kunstform. Zudem sorgt die Entscheidung des MDR, sein klassisches DAB+-Programm durch BR-Klassik zu ersetzen, für Besorgnis – wenn auch ohne größere öffentliche Proteste.

Die Sanierungskosten des Salzburger Festspielhauses sind mittlerweile auf 635 Millionen Euro gestiegen und übersteigen damit frühere Schätzungen. Berlin prüft weiterhin Optionen für ein provisorisches Domizil der Philharmonie. Diese Ereignisse spiegeln die anhaltenden Verschiebungen in Finanzierung, Führung und Publikumseinbindung der klassischen Musikszene wider.

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