Kriminalität an NRW-Bahnhöfen explodiert: Sexuelle Übergriffe und Gewalt verdoppelt
Julian KlingelhöferKriminalität an NRW-Bahnhöfen explodiert: Sexuelle Übergriffe und Gewalt verdoppelt
Kriminalität an Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen steigt stark an
In den vergangenen fünf Jahren hat die Kriminalität an Bahnhöfen in Nordrhein-Westfalen (NRW) deutlich zugenommen. Die Zahlen zeigen einen drastischen Anstieg der Straftaten, wobei sexuelle Übergriffe und Gewaltdelikte seit 2020 mehr als verdoppelt wurden.
Insgesamt stieg die Kriminalität an NRW-Bahnhöfen zwischen 2020 und 2025 um 57 Prozent. Die gemeldeten Fälle erhöhten sich von 19.380 auf 30.490. Den Höhepunkt gab es 2023 mit fast 37.500 registrierten Straftaten, bevor die Zahlen wieder zurückgingen.
Noch stärker stieg die Zahl der Sexualdelikte – um 162 Prozent. Die Fälle erhöhten sich von 169 im Jahr 2020 auf 442 im Jahr 2025. Auch Gewalttaten mehr als verdoppelten sich im selben Zeitraum, von 2.325 auf 4.711.
Der Kölner Hauptbahnhof blieb durchgehend am stärksten betroffen. 2025 überholte Dortmund Düsseldorf und Essen und wurde zum zweitkriminalitätsbelastetsten Bahnhof, gefolgt von Münster auf Platz fünf. Gelsenkirchen, Duisburg und Oberhausen komplettierten die Top acht.
Ein Polizeisprecher wies darauf hin, dass eine verstärkte Polizeipräsenz und strengere Kontrollen zu einer höheren Anzeigenbereitschaft geführt haben könnten. Zudem trugen mehr Reisende sowie häufigere Verspätungen und Zugausfälle zu einem belebteren Umfeld bei. Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen stieg um 32 Prozent, von 10.560 im Jahr 2020 auf knapp 14.000 im Jahr 2025.
Die Daten verdeutlichen einen deutlichen Anstieg der Kriminalität an NRW-Bahnhöfen. Zwar gehen die Gesamtstraftaten seit 2023 zurück, doch Sexual- und Gewaltdelikte liegen weiterhin deutlich über dem Niveau von 2020. Der Trend spiegelt sowohl eine gestiegene Anzeigenbereitschaft als auch ein höheres Fahrgastaufkommen in den letzten Jahren wider.






