23 March 2026, 22:27

Künstlerischer Leiter Daniel Ris verlässt Neue Bühne Senftenberg trotz Erfolgen

Schwarz-weiß-Illustration eines großen Auditoriumsinnern in Berlin, Deutschland, aus dem Jahr 1912, begleitet von Text, der das Theaterlayout beschreibt.

Künstlerischer Leiter Daniel Ris verlässt Neue Bühne Senftenberg trotz Erfolgen

Das Neue Theater Senftenberg sorgt für Schlagzeilen, nachdem sein künstlerischer Leiter Daniel Ris die Mitteilung erhielt, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. Die im März 2023 bekannt gegebene Entscheidung fällt trotz seiner Erfolge bei der Steigerung der Zuschauerzahlen und Einnahmen. Unterdessen zog die jüngste Saisoneröffnung des Theaters in der Niederlausitz-Halle mit einer lebendigen Mischung aus Debatten, Volkssport und Musik Aufmerksamkeit auf sich.

Bei der Veranstaltung wurden auch Werke des polnischen Regisseurs Kajetan Skurski präsentiert, dessen Texte die DDR-Sportkultur spielerisch kritisieren und dabei Themen wie Nostalgie und Doping aufgreifen.

Daniel Ris hatte 2022 die künstlerische Leitung der Neuen Bühne Senftenberg übernommen und einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet, der ursprünglich bis 2027 laufen sollte. Unter seiner Führung erlangte das Theater wieder regionale Bedeutung – ähnlich wie in den Zeiten der DDR. Mit auffälligen Saisoneröffnungen an historischen Orten gelang es ihm, den Kartenverkauf und die Eigenmittel des Hauses zu steigern.

Doch im März 2023 erfuhr Ris, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. Die genauen Gründe bleiben unklar, auch wenn es Spekulationen gibt. Manche vermuten, dass seine deutliche Haltung gegen rechtsextreme Gruppen oder sein markantes Auftreten eine Rolle spielten. Andere verweisen auf vage Vorwürfe, darunter mangelnde Führungsqualitäten, fehlende Teamfähigkeit und angebliche finanzielle Schäden in Höhe von 250.000 Euro. Ris selbst wies diese Vorwürfe zurück, äußerte zwar Frustration, blickt aber bereits auf seine vierte Spielzeit voraus und lotet neue Möglichkeiten aus.

Die jüngste Saisoneröffnung in der Niederlausitz-Halle bot eine Mischung aus Unterhaltung und Reflexion. Eine Debatte über den Sport in der DDR und heute regte zum Nachdenken an, während Volksspiele und eine Blasmusikgruppe für Stimmung sorgten. Besonders hervorzuheben waren die Beiträge von Kajetan Skurski – seine Texte beginnen scheinbar nostalgisch über die DDR, münden dann aber in beißende Satire, die das starre Sporttraining der Zeit karikiert und Doping subtil anspielt. Die Schauspielerin Catharina Struwe lieferte mit ihrem Soloauftritt einen emotionalen Höhepunkt des Abends.

Der zweite Teil der Veranstaltung setzte auf ein inklusiveres, publikumsorientiertes Konzept. Statt politischer Extreme bot er ein Gefühl regionaler Identität und Geborgenheit. Trotz der jüngsten Erfolge des Theaters gab es von der Stadt Senftenberg oder dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz bisher keine konkreten Pläne für eine Reform der Theaterstruktur, insbesondere der Trennung zwischen künstlerischer und kaufmännischer Leitung.

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Daniel Ris hinterlässt ein Theater, das unter seiner Ägide an Sichtbarkeit und wirtschaftlicher Stabilität gewonnen hat. Sein Abschied wirft Fragen nach der zukünftigen Ausrichtung der Neuen Bühne Senftenberg auf – besonders, da das Haus mit innovativem Programm weiterhin Publikum anzieht. Die aktuelle Saisoneröffnung, die kulturelle Debatten mit Unterhaltung verband, unterstreicht die wiedergewonnene Bedeutung des Theaters in der Region.

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