Kushners Luxusresort in Albanien löst "Flamingo-Revolution" gegen Umweltzerstörung aus
Julian KlingelhöferKushners Luxusresort in Albanien löst "Flamingo-Revolution" gegen Umweltzerstörung aus
Albanien gerät wegen eines umstrittenen Resort-Projekts in Verbindung mit Jared Kushner zunehmend unter Druck. Das Vorhaben sieht den Bau einer Luxusanlage auf einer geschützten Insel im Vjosa-Narta-Delta vor – Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse. Proteste haben das Land erfasst, Bürger werfen der Regierung vor, Umwelt- und Rechtsvorschriften zu ignorieren.
Die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama verlieh einem mit Kushner verbundenen Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“, wodurch Umweltprüfungen umgangen werden konnten. Dieser Schritt entfachte die sogenannte „Flamingo-Revolution“: Albaner gingen mit Flamingo-Ausschnitten auf die Straße, um gegen den Bau zu demonstrieren. Sie betonen, ihr Widerstand richte sich gegen die politische Elite, nicht gegen ausländischen Einfluss.
Jared Kushners Investmentfirma Affinity Partners strebt an, durch Initiativen wie die Abraham-Abkommen die wirtschaftlichen Beziehungen im Nahen Osten zu stärken. Sein Projekt in Albanien passt zu Ramas prowestlichem Kurs, der auch die Teilnahme an Trumps „Friedensrat“ und die Entsendung von Friedenssoldaten in den Gazastreifen umfasst. Seit 2013 beherbergt Albanien zudem die iranische Exilgruppe MEK.
Die EU kritisiert seit Langem Korruption und schwache Rechtsstaatlichkeit in Albanien, obwohl das Land seit 2014 Beitrittskandidat ist. Brüssel könnte nun mit Forderungen nach mehr Transparenz reagieren, die Vergabe von Erweiterungsgeldern an Reformen knüpfen oder die Beitrittsverhandlungen aussetzen.
Angesichts des wachsenden öffentlichen Widerstands bleibt die Zukunft des Resorts ungewiss. Mögliche EU-Maßnahmen könnten Albanien unter Druck setzen, Governance- und Umweltfragen anzugehen. Der Fall zeigt das Spannungsfeld zwischen Entwicklungsambitionen und dem Schutz natürlicher Lebensräume.






