14 April 2026, 16:19

Lohnstreit im Duisburger Hafen: Warum Arbeiter jetzt kämpfen

Plakat mit zwei Personen vor einem Berg- und Baumhintergrund, mit dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - britischer Granitarbeiter - Die Fair-Wage-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Lohnstreit im Duisburger Hafen: Warum Arbeiter jetzt kämpfen

Streit um Löhne und Arbeitsbedingungen im Duisburger Hafen

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Am Duisport, dem großen Binnenhafen in Duisburg, sind Konflikte um Bezahlung und Arbeitsbedingungengebrochen. Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Betriebsrat des Unternehmens vor, die Interessen der Arbeiter nicht ausreichend zu vertreten. Die Beschäftigten fordern nun einen Tarifvertrag, um ihre Löhne an die Standards anderer deutscher Häfen anzugleichen.

Der Duisport, zu einem Drittel im Besitz der Stadt Duisburg und zu zwei Dritteln des Landes Nordrhein-Westfalen, zahlt ungelernten Arbeitern derzeit 2.750 Euro für eine 40-Stunden-Woche. Zum Vergleich: In tarifgebundenen Seehäfen wie Hamburg oder Bremerhaven verdienen Kranführer rund 5.000 Euro brutto bei einer 35-Stunden-Woche – zuzüglich weiterer Zulagen. Viele Duisport-Mitarbeiter kritisieren, dass ihre Löhne deutlich niedriger liegen, zumal sie weder Weihnachts- noch Urlaubsgeld erhalten – Leistungen, die Angestellte im Büro sehr wohl bekommen.

Das Unternehmen betont, alle Kranführer würden gleich bezahlt, und behauptet, die Löhne lägen "über Tarif" – wenn auch ohne formellen Tarifvertrag. Verdi widerspricht dieser Darstellung und verweist darauf, dass 95 Prozent der befragten Beschäftigten einen verbindlichen Tarifvertrag fordern. Die Gewerkschaft wirft dem Betriebsrat zudem vor, sich eher auf die Seite der Unternehmensführung zu stellen als die Belange der Arbeiter zu vertreten.

Die Beschäftigten verweisen auf eklatante Unterschiede zwischen dem Duisport und den benachbarten öffentlichen Häfen, wo die Arbeitsbedingungen und Löhne oft besser sind. Verdi fordert nun einen flächendeckenden Tarifvertrag für sowohl den Duisburger Hafen als auch die Duisport AG, um die Kluft zu schließen.

Die Forderung nach einem Tarifvertrag gewinnt an Fahrt, da die Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern wächst. Da fast alle befragten Beschäftigten den Schritt unterstützen, erhöht Verdi den Druck auf das Unternehmen. Sollte die Gewerkschaft erfolgreich sein, könnten Löhne und Sozialleistungen im Duisport künftig an die Standards der tarifgebundenen Seehäfen in Deutschland angeglichen werden.

Quelle