Lünens Kämmerer fordert dringende Reformen bei der Eingliederungshilfe in NRW
Stefanie GeißlerLünens Kämmerer fordert dringende Reformen bei der Eingliederungshilfe in NRW
Dr. André Jethon, der Kämmerer der Stadt Lünen, trat am 28. Mai 2026 vor den Landtag von Nordrhein-Westfalen und forderte dringende Reformen bei der Finanzierung und Organisation von Eingliederungshilfe. Seine Aussage erfolgte im Rahmen einer gemeinsamen Anhörung zweier Ausschüsse, die durch einen Antrag der SPD zur finanziellen Unterstützung der Kommunen initiiert worden war.
Im Mittelpunkt der Anhörung standen die stark gestiegenen Kosten für Eingliederungshilfe, die 2024 rund 7,5 Milliarden Euro erreichten. Fast die gesamte Summe wurde von Städten und Gemeinden getragen, was ihre Haushalte erheblich belastet. Jethon kritisierte, dass das aktuelle Finanzierungssystem veraltet sei und die Kommunen übermäßig belaste.
Er setzte sich dafür ein, dass das Land einen festen, anpassbaren Anteil dieser Kosten übernehme. Zugleich wies er Forderungen nach einem Eingreifen des Bundes zurück und verwies darauf, dass bestehende Gesetze eine direkte Bundesfinanzierung für spezifische Eingliederungshilfeleistungen ausschlössen.
Jethon übte scharfe Kritik an den bürokratischen Hürden im Zusammenhang mit der Eingliederungshilfe. Die Antragsverfahren bezeichnete er als übermäßig komplex, langsam und personalintensiv. Um die Effizienz zu steigern, forderte er eine sachlichere Debatte über mögliche Einsparungen und vereinfachte Abläufe.
Seine zentrale Forderung war eindeutig: Nordrhein-Westfalen müsse den Kommunen spürbare finanzielle Entlastung bieten. Ohne diese Unterstützung, warnte er, würden die Städte weiterhin unter der Last der Eingliederungshilfekosten ächzen.
Jethons Aussage unterstrich zwei zentrale Punkte: die Notwendigkeit einer Landesfinanzierung und den Abbau von Bürokratie. Seine Vorschläge zielen darauf ab, die finanzielle Belastung der Kommunen zu verringern und die Eingliederungshilfe effizienter zu gestalten. Der Landtag wird diese Argumente nun im Rahmen der laufenden Überprüfung berücksichtigen.






