Martin Kessler verlässt die Rheinische Post nach 28 Jahren als Politikchef
Gesine StolzeMartin Kessler verlässt die Rheinische Post nach 28 Jahren als Politikchef
Nach 28 Jahren bei der Rheinischen Post geht Martin Kessler in den Ruhestand und verlässt seine Position als Leiter des Politikressorts. Sein Abschied markiert das Ende einer Ära für die Zeitung, deren redaktionelle Ausrichtung er maßgeblich in Richtung einer konservativen, regional geprägten Berichterstattung lenkte. Frank Kirschstein, ein erfahrener Journalist mit über drei Jahrzehnten Erfahrung beim Blatt, wird am 1. Dezember die Leitung des Printressorts übernehmen.
Martin Kessler trat 1996 der Rheinischen Post bei und arbeitete zunächst im Wirtschaftsjournalismus, später in der Unternehmensberichterstattung und schließlich im Politikressort. Mit einer Promotion in Volkswirtschaftslehre von der Universität Duisburg und Studienaufenthalten in Köln brachte er eine analytische Herangehensweise in seine Tätigkeiten ein. Bis 2018 hatte er sich zu einer prägenden Figur im Newsroom entwickelt und steuerte die politischen und Meinungsseiten der Zeitung bis zu deren Auflösung.
Unter seiner Führung konzentrierte sich die Zeitung stärker auf die lokale Politik in Bonn und Düsseldorf und vertrat dabei besonders wirtschaftsliberale Standpunkte. In der Berichterstattung aus Berlin nahm die Kritik an Bundespolitik zu, insbesondere an Maßnahmen zu Migration und Klimaschutz. Zwischen 2018 und 2026 stiegen die Zahl der investigativen Recherchen und Kommentare, die Positionen der Grünen infrage stellten, deutlich an.
Sein Nachfolger, Frank Kirschstein, begann seine Laufbahn bei der Rheinischen Post als Volontär und wirkte seitdem in fast allen Redaktionsbereichen mit. Der Absolvent der Fächer Journalistik, Politikwissenschaft und Germanistik an der Universität Münster spielte zudem eine zentrale Rolle bei der Modernisierung der technischen Systeme und Arbeitsabläufe der Zeitung. Chefredakteur Moritz Dörbler hob Kirschsteins tiefgreifende Fachkenntnisse hervor und würdigte gleichzeitig Kesslers bleibenden Einfluss auf das Blatt.
Mit dem Wechsel übernimmt Kirschstein ab dem 1. Dezember die Leitung des Printressorts. Seine Ernennung folgt auf Jahrzehnte institutioneller Erfahrung und sichert die Kontinuität im redaktionellen Betrieb. Kesslers Ruhestand hingegen schließt ein Kapitel ab, das durch eine deutliche redaktionelle Neuausrichtung und langjährige Verbundenheit mit der Rheinischen Post geprägt war.






