Mediengruppe Stein meldet Insolvenz – 250 Jobs und 100 Millionen Euro in Gefahr
Julian KlingelhöferMediengruppe Stein meldet Insolvenz – 250 Jobs und 100 Millionen Euro in Gefahr
Mediengruppe Stein, Deutschlands zweitgrößter Fachmedienvertrieb, ist in die Insolvenz gerutscht
Das Unternehmen, das 250 Mitarbeiter beschäftigte, beantragte Anfang Oktober die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Kurze Zeit später folgten auch die 18 Tochtergesellschaften – darunter bekannte Namen wie Solon und Delbanco.
Den Anfang machte die A. Stein'sche Buchhandlung, ein großer Buchhändler mit 80 Mitarbeitern, der bereits am 17. September Insolvenz anmeldete. Doch dieses frühe Warnsignal wurde schnell von der Pleite des Mutterkonzerns überlagert.
In den vergangenen Jahren hatte die Mediengruppe Stein aggressiv expandiert und Unternehmen wie Solon, IMS, LSL, Frohberg und Delbanco übernommen. Doch das rasante Wachstum – finanziert durch hohe Kaufpreise und eine Mischung sehr unterschiedlicher Geschäftsmodelle – erwies sich als nicht tragfähig. Die Integration der Zukäufe entwickelte sich zu einer großen Herausforderung, doch öffentlich geäußerte Bedenken blieben damals aus.
Die Insolvenz sendet nun Schockwellen durch die Branche. Rund 100 Millionen Euro Umsatz stehen auf dem Spiel, was Bundesministerien, Bibliotheken und Verlage in Unsicherheit stürzt. Jörg Pieper, Leiter Content-Akquise bei Get More Brain, gab später zu, dass er das Ausmaß von Steins Kaufrausch kaum fassen konnte.
Betroffen sind unter anderem die Tochterfirmen Solon, Delbanco, Massmann und Albert Müller – alle 18 haben inzwischen Insolvenz angemeldet und vertiefen so die Krise.
Der Zusammenbruch reißt eine Lücke in die deutsche Medienlogistik. Da nun 100 Millionen Euro Umsatz in Frage stehen, müssen Unternehmen und Institutionen, die auf Steins Vertriebsnetz angewiesen waren, nach Alternativen suchen. Die Insolvenzverfahren werden zeigen, ob Teile des Konzerns überleben können.






