Netzausbau für erneuerbare Energien: Wie Milliardenkosten gespart werden können
Stefanie GeißlerNetzausbau für erneuerbare Energien: Wie Milliardenkosten gespart werden können
Das Bundesamt für Energie der Schweiz hat ein neues Dashboard eingeführt, um die Transparenz bei der Solarstromerzeugung zu verbessern. Das Tool bietet regionale Prognosen zur Solarenergieproduktion. Gleichzeitig treibt die steigende Nachfrage nach Anschlüssen für erneuerbare Energien die Netzbetreiber dazu, die Infrastruktur rasant auszubauen.
Das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) an der Universität zu Köln hat Vorschläge unterbreitet, um die Kosten für den Netzausbau zu senken. Bis 2045 könnten für die Erweiterung der Verteilnetze Investitionen in Höhe von rund 350 Milliarden Euro erforderlich sein – angetrieben durch das Wachstum der erneuerbaren Energien. Die aktuellen Anreize zur Optimierung von Netzanschlüssen seien unzureichend und könnten zu finanziellen Verlusten führen.
Das EWI schlägt vor, gemeinsame Netzanschlusspunkte für Solar-, Wind- und Batteriespeicheranlagen zu nutzen. Dieser Ansatz könnte die jährlichen Ausbaukosten um 1,8 Milliarden Euro reduzieren. Werden erneuerbare Energien an einzelnen Standorten gebündelt, ließen sich zudem jährlich 800 Millionen Euro einsparen, indem weniger Strom abgeregelt werden muss.
Die regionalen Kosten für den netzseitigen Ausbau durch erneuerbare Energien variieren stark. Das EWI schätzt sie auf 61 bis 180 Euro pro Kilowatt. Batteriespeichersysteme hinter den Netzanschlusspunkten könnten die Effizienz weiter steigern und so Energieverluste verringern.
Gemeinsam genutzte Anschlüsse würden die durchschnittliche Netzauslastung erhöhen und den Bedarf an Abregelungen verringern. Das neue Schweizer Dashboard soll eine bessere Planung und mehr Transparenz ermöglichen. Diese Maßnahmen könnten die finanzielle Belastung des Umstiegs auf erneuerbare Energien deutlich verringern.
