13 March 2026, 14:20

Paderborn zahlt 93 Millionen Euro an Missbrauchsopfer – und diskutiert Umbenennung von Kardinal-Straßen

Ein Buch mit Bildern und Texten, das die Geschichte der katholischen Kirche dokumentiert, einschließlich Fotos von ihren Räumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Bistumspfarrer von Paderborn Bentz bittet um Vergebung nach Missbrauchsstudie - Paderborn zahlt 93 Millionen Euro an Missbrauchsopfer – und diskutiert Umbenennung von Kardinal-Straßen

Das Erzbistum Paderborn hat 93 Millionen Euro an Entschädigungen an Überlebende sexuellen Missbrauchs gezahlt. Dies folgt auf eine Studie, die 489 Fälle zwischen 1941 und 2002 aufdeckte. Nun sind auch Vorwürfe gegen den verstorbenen Kardinal Johannes Joachim Degenhardt bekannt geworden – Forderungen nach der Umbenennung von Straßen, die ihn und einen weiteren früheren Kardinal ehren, werden laut.

Der Missbrauchsskandal in der deutschen katholischen Kirche war erstmals 2010 ans Licht gekommen. Eine aktuelle Untersuchung in Paderborn identifizierte 489 Fälle sexuellen Missbrauchs über sechs Jahrzehnte hinweg, an denen 210 Beschuldigte beteiligt waren. Bischof Udo Markus Bentz bezeichnete die Ergebnisse als Beleg für ein institutionelles Versagen und bat die Opfer öffentlich um Vergebung.

Das Erzbistum hat sich verpflichtet, die unabhängigen Ermittlungen fortzusetzen, darunter eine genauere Prüfung der Rolle Degenhardts. Opferverbände fordern die Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße und des Kardinal-Degenhardt-Platzes und verweisen dabei auf Vorwürfe der Vertuschung. Aktualisierte Zahlen zu neu bestätigten Fällen seit dem Bericht von 2023 liegen bisher nicht vor.

Bisher erhielten Überlebende Entschädigungen in Höhe von 93 Millionen Euro. Die laufende Überprüfung des Erzbistums zielt darauf ab, frühere Versäumnisse aufzuarbeiten und das Verhalten hochrangiger Geistlicher zu untersuchen. Weitere Details zu zusätzlichen Fällen werden derzeit nicht bekannt gegeben.

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