07 June 2026, 02:18

Pflegeversicherung: Höhere Abgaben für Kinderlose – doch wer zahlt die Rechnung?

Wirtschaftsberater: Lassen Sie Kinder nicht für die Altenpflege zahlen

Pflegeversicherung: Höhere Abgaben für Kinderlose – doch wer zahlt die Rechnung?

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken prüft Pläne zur Erhöhung der finanziellen Beiträge für die Pflegeversicherung. Ein Vorschlag sieht vor, den Zuschlag für kinderlose Versicherte von 0,6 auf 0,7 Prozent anzuheben. Doch der Wirtschaftsexperte Martin Werding äußert Bedenken gegen umfassendere Systemänderungen.

Werding spricht sich gegen den Vorstoß aus, erwachsene Kinder früher zur finanziellen Beteiligung an der Pflege ihrer Eltern zu verpflichten. Er argumentiert, viele leisteten bereits erhebliche Unterstützung und entlasteten so das Pflegeversicherungssystem. Seine Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Politik nach Wegen sucht, die steigenden Pflegekosten zu finanzieren.

Statt die Kinder in die Pflicht zu nehmen, schlägt Werding vor, die Regeln für höhere Abgaben von kinderlosen oder kinderarmen Versicherten auszuweiten. Zudem befürwortet er eine Erhöhung des Zuschlags für Kinderlose im bestehenden Versicherungssystem.

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Ein weiteres Problem sieht Werding darin, dass ältere Menschen künftig auf die Inanspruchnahme von Sozialleistungen verzichten könnten, sollten die neuen Maßnahmen eingeführt werden. Er warnt, dass dadurch manche Senioren notwendige Hilfe verpassen könnten.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wie die Finanzierung der Pflege langfristig gesichert werden kann, ohne Familien davon abzuhalten, Leistungen in Anspruch zu nehmen. Werdings Empfehlungen zielen darauf ab, die Beiträge kinderloser Versicherter anzupassen, statt erwachsene Kinder früher in die Finanzierung einzubinden. Die Regierung wird diese Bedenken nun in ihre Überlegungen einbeziehen.

Quelle