17 March 2026, 02:16

Pharmakonzern zwischen Kerendia-Erfolg und Roundup-Prozessrisiko

Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines Thermometers, das mit "Bayer Thermometer Patent No. 263,649" beschriftet ist.

Pharmakonzern zwischen Kerendia-Erfolg und Roundup-Prozessrisiko

Ein großer Pharmakonzern steht vor einer Mischung aus juristischen Herausforderungen und medizinischen Durchbrüchen. Nach positiven Ergebnissen einer klinischen Studie für das Medikament Kerendia stiegen die Aktienkurse um 4,71 % auf 40,25 Euro. Gleichzeitig steht im mittleren Jahr 2026 eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA zu Warnhinweisen auf Roundup bevor.

Die finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens halten an: 2025 verbuchte es einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und eine Nettoverschuldung von 30 Milliarden Euro – hauptsächlich bedingt durch hohe Prozesskosten. Anleger richten ihren Blick nun auf anstehende Gerichtsentscheidungen und behördliche Zulassungsanträge.

Die Pharmasparte des Konzerns hatte bereits am 24. März 2022 die europäische Zulassung für Finerenon (vertrieben unter dem Namen Kerendia) erhalten. Das Präparat wird zur Behandlung von chronischen Nierenerkrankungen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes eingesetzt. Nun zeigt eine aktuelle klinische Studie, dass Kerendia auch bei nicht-diabetischer Nierenkrankheit sein primäres Behandlungsziel erreicht – und damit sein Anwendungsspektrum deutlich erweitert.

Geplant ist, bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) einen Antrag auf erweiterte Zulassung einzureichen. Bei Erfolg könnte sich der potenzielle Markt für das Medikament beträchtlich vergrößern. Dieser Fortschritt hat dazu beigetragen, die Sorgen der Anleger über die finanzielle Lage des Unternehmens zu mildern, das 2025 einen Verlust von 3,6 Milliarden Euro und eine Schuldenlast von 30 Milliarden Euro verzeichnete – größtenteils verursacht durch laufende Klagen.

Die rechtlichen Belastungen bleiben ein zentrales Thema. Der US-Supreme Court wird am 1. April 2026 mündliche Verhandlungen zu den Warnhinweisen auf Roundup führen; mit einem Urteil ist bis Mitte Juni zu rechnen. Anleger beobachten zudem einen Erlass der Regierung, der die Versorgung mit Glyphosat sichern soll – ein entscheidender Wirkstoff in Roundup. Die für denselben Tag wie die Supreme-Court-Anhörung anberaumte Hauptversammlung des Unternehmens sieht eine Abstimmung über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie vor.

Trotz der finanziellen Belastungen zeigt die Pharmasparte Widerstandsfähigkeit. Die jüngsten medizinischen Fortschritte haben dem Unternehmen einen dringend benötigten Aufschwung verschafft: Die Aktie legte nach dem Erfolg der Kerendia-Studie deutlich zu.

Die Zukunft des Konzerns hängt von zwei entscheidenden Entwicklungen ab: der Entscheidung des Supreme Court zu Roundup und der Prüfung der erweiterten Kerendia-Zulassung durch die FDA. Ein günstiges Urteil könnte die rechtlichen Druckmittel verringern, während eine behördliche Genehmigung neue Einnahmequellen erschließen könnte. Bis dahin verfolgen die Anleger gespannt die entscheidenden Termine im April und Juni 2026.

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