Ramadan-Streit an NRW-Schule eskaliert: Suspendierungen und Ermittlungen nach Fasten-Konflikt
Stefanie GeißlerRamadan-Streit an NRW-Schule eskaliert: Suspendierungen und Ermittlungen nach Fasten-Konflikt
Ein Streit unter Zehnjährigen über das Fasten während des Ramadan hat an einer Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen für Aufsehen gesorgt. Die zunächst als Konflikt um religiöse Rücksichtnahme dargestellte Auseinandersetzung sorgt für Diskussionen, nachdem Medienberichte nahelegten, dass Schüler aufgefordert worden seien, Snacks vor fastenden Mitschülern zu verstecken.
Der Vorfall begann mit Streitigkeiten zwischen Schülern über das Essen während der Schulzeit, während einige Klassenkameraden den Ramadan einhielten. Wie die Bild-Zeitung berichtete, seien nicht-fastende Schüler angewiesen worden, heimlich zu essen, um ihre muslimischen Mitschüler nicht zu verletzen. Die Bezirksregierung Düsseldorf stellte später klar, dass es eine solche Regelung nie gegeben habe und kein Schüler gezwungen worden sei, Essen zu verstecken.
Die betroffene Schule, das Joseph-Beuys-Gymnasium in Kleve, berief eine Klassenratssitzung ein, um die Meinungsverschiedenheiten zu klären. Behörden bezeichneten den Vorfall als typischen Kinderkonflikt, doch die Düsseldorfer Schulaufsicht bestätigte, dass Ermittlungen eingeleitet wurden. Zu den Maßnahmen gehören die vorläufige Suspendierung der beteiligten Schüler, eine interne Untersuchung sowie die Einschaltung von Polizei und Jugendamt zur weiteren Aufklärung.
Das Schulministerium von Nordrhein-Westfalen betonte, dass religiöser Druck unter Schülern inakzeptabel sei, und unterstrich die Bedeutung eines respektvollen Miteinanders an Schulen. Unterdessen plant die Schule weitere Gespräche mit allen Beteiligten, um die Kommunikation zu verbessern und den Konflikt beizulegen.
Die Auseinandersetzung hat zu Suspendierungen und laufenden Ermittlungen durch schulische und externe Stellen geführt. Offizielle Stellen wiederholten, dass es keine Vorschriften gebe, die nicht-fastenden Schülern das Essen verbieten. Die Schule strebt an, die Angelegenheit im Dialog zu klären und künftig ein respektvolles Umfeld zu gewährleisten.