Rätselhafte 8-Meter-Statue in London: Ist Banksy der heimliche Urheber?
Stefanie GeißlerRätselhafte 8-Meter-Statue in London: Ist Banksy der heimliche Urheber?
Mysteriöse 25-Fuß-Statue taucht in Londons Waterloo Place auf
Am Mittwoch erschien in Londons Waterloo Place eine rätselhafte, fast acht Meter hohe Statue. Sie zeigt einen Mann, der mit verbundenen Augen von einem Sockel stürzt, während er eine Fahne umklammert, die sein Gesicht verdeckt. Am Fuß der Skulptur prangt die Signatur "Banksy", was Spekulationen über den Urheber auslöste.
Die Statue steht direkt vor einer goldenen Athene-Statue an der Pall Mall, in der Nähe des Athenaeum Clubs und des Krimkriegsdenkmals. Ihre politische Botschaft – eine von Patriotismus geblendete Figur, die blindlings in die Gefahr läuft – entspricht den Themen, die der geheimnisumwitterte Straßenkünstler immer wieder aufgreift. Bisher hat Banksy das Werk jedoch nicht offiziell für sich beansprucht, wie er es sonst über seinen Instagram-Account tut.
Es wäre nicht das erste Mal, dass Banksy eine unerlaubte Installation inszeniert. 2003 schmuggelte er sich als Rentner verkleidet in die Tate Britain, um dort an einer freien Stelle ein Kunstwerk zu platzieren. Sein berüchtigtster Coup gelang ihm 2018, als sich sein Werk "Mädchen mit Ballon" kurz nach dem Verkauf für über eine Million Pfund bei Sotheby's teilweise selbst zerstörte.
Die Identität Banksys bleibt eines der bestgehüteten Geheimnisse der Kunstwelt. 2008 nannte die "Mail on Sunday" Robin Gunningham als den Künstler – eine Bestätigung blieb jedoch aus. Seit über 25 Jahren prägt er die Szene; seine Werke erzielen heute Preise in sechsstelliger Höhe. Auffällig ist, dass keine seiner jüngeren Wandgemälde – darunter ein aktuelles Motiv in Zentrallondon, das ein Kind neben einer anderen Figur liegend zeigt – signiert waren.
Die undatierte Statue vertieft das Rätsel um Banksys neueste Projekte. Sollte sie sich als sein Werk bestätigen, wäre es eine seltene Rückkehr zu signierten Stücken. Vorerst bleibt die Skulptur an ihrem Platz und lenkt die Aufmerksamkeit auf ihre provokante politische Aussage – und die ungebrochene Anonymität des Künstlers.






