30 May 2026, 20:19

Rechtsextreme sagen Heiligabend-Demo in Münster überraschend ab

Keine Neonazi-Demo an Heiligabend in Münster

Rechtsextreme sagen Heiligabend-Demo in Münster überraschend ab

Rechtsextremisten haben ihre geplante Demonstration in Münster am Heiligabend abgesagt. Die Gruppe hatte ursprünglich vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) protestieren wollen, zog ihre Anmeldung jedoch zurück. Der Aufmarsch stand im Zusammenhang mit einem anhaltenden Rechtsstreit um das Grab eines Neonazis in Dortmund.

Münster war in diesem Jahr wiederholt Schauplatz von Auseinandersetzungen, nachdem Rechtsextreme 2023 bereits dreimal vor dem Gericht demonstriert hatten. Die jüngste Absage erfolgte nach Druck durch Gegenproteste, die für denselben Tag ebenfalls eine eigene Kundgebung angemeldet hatten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Im Mittelpunkt des Streits steht Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt, ein verurteilter Neonazi, dessen Anhänger in Dortmund ein nicht-anonymes Grab fordern. Die Stadtverwaltung lehnt dies ab, da sie befürchtet, der Ort könnte zu einer Pilgerstätte für Rechtsextremisten werden. Der Fall wird derzeit vor dem OVG in Münster verhandelt und hat wiederholt Demonstrationen in die Stadt gezogen.

Rechtsextreme Gruppen haben Münster wegen des Rechtsstreits zur „Frontstadt“ erklärt. Ihre geplante Kundgebung am Heiligabend stieß auf Widerstand des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis“, das eine Gegenveranstaltung organisierte. Carsten Peters, Sprecher der Initiative, behauptete, ihr Protest habe maßgeblich dazu beigetragen, dass die Extremisten zurückwichen.

Trotz der Absage bleibt die Gegenkundgebung angemeldet. Das Bündnis begrüßte die Entscheidung, wird aber wie geplant mit seiner Veranstaltung fortfahren. Das OVG ist zum Brennpunkt der Spannungen geworden, nachdem dort in diesem Jahr mehrfach rechtsextreme Aufmärsche stattfanden.

Die Absage der Extremisten-Demo bedeutet eine vorläufige Entspannung in Münster. Dennoch dauert der Rechtsstreit um Borchardts Grab an, und die Gegenkundgebung wird wie vorgesehen stattfinden. Die Stadt bleibt ein Krisenherd für Konflikte zwischen Rechtsextremen und antifaschistischen Gruppen.

Quelle