Renault revolutioniert seine Lieferkette: Batterien als wertvolle Ressource statt Abfall
Gesine StolzeRenault revolutioniert seine Lieferkette: Batterien als wertvolle Ressource statt Abfall
Renault gestaltet seine Lieferkette für Elektrofahrzeuge (EVs) um und behandelt Batterien künftig als hochwertige Vermögenswerte statt als Wegwerfteile. Israfil Beker, der bei Renault für die Nachverkaufs-Lieferkette im EV-Bereich zuständige Generalmanager, erklärte, dass Batterien bis zu 30 Prozent des Gesamtwerts eines Autos ausmachen können. Mit dem neuen Ansatz will das Unternehmen die Stillstandszeiten von Fahrzeugen verringern, die durch Batteriedefekte entstehen.
Beker betonte, dass es sich Renault nicht leisten könne, Fahrzeuge 15 bis 20 Tage ungenutzt stehen zu lassen, während auf Batteriereparaturen gewartet werde. Stattdessen führte das Unternehmen ein Tauschsystem ein, um Kunden schnellstmöglich wieder mobil zu machen. Dabei wird die defekte Batterie sofort entfernt und durch eine Ersatzbatterie ersetzt, während die originale Einheit repariert und wieder in den Bestand aufgenommen wird.
Die Lieferkette funktioniert nun in mehrere Richtungen und bindet Händler, Reparaturzentren, Lager und Recyclingbetriebe ein. Jeder Beteiligte agiert sowohl als Lieferant als auch als Kunde, wodurch ein geschlossener Kreislauf entsteht. Ein Batteriereparaturzentrum erhält beispielsweise Ersatzteile von Renault und führt generalüberholte Einheiten wieder in den Umlauf zurück.
Regulatorische Hürden erschweren den Prozess zusätzlich, da Batterien als Gefahrgut eingestuft werden. Beker wies darauf hin, dass sich die Vorschriften selbst innerhalb eines Landes wie Deutschland unvorhersehbar unterscheiden können. Auch die Echtzeit-Verfolgung von Daten gestaltet sich schwierig, da die verschiedenen Partner unterschiedliche ERP-, WMS- und TMS-Systeme nutzen.
Laut Beker bietet die Kreislaufwirtschaft eine praktikable Lösung für die Lagerbestandsprobleme. Indem Renault Batterien als wiederverwendbare Vermögenswerte behandelt, reduziert das Unternehmen Abfall und steigert die Effizienz. Ein Batterie-Tauschprogramm für Endkunden gibt es zwar noch nicht, doch der Konzern erweitert weiterhin seine EV-Produktion, darunter auch Modelle, die in Südkorea und Europa gefertigt werden.
Renaults neues Lieferkettenmodell setzt bei der Batterieverwaltung auf Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit. Das System verkürzt die Stillstandszeiten von Fahrzeugen und maximiert die Wiederverwendung hochwertiger Komponenten. Mit dem wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge könnte dieser Ansatz zum Branchenstandard für die Batterielogistik werden.






