Sabotagewelle 2025: Angriffe auf deutsche Verkehrsnetze erreichen Rekordhoch
Stefanie GeißlerSabotagewelle 2025: Angriffe auf deutsche Verkehrsnetze erreichen Rekordhoch
Geplante Angriffe auf deutsche Verkehrsinfrastruktur stiegen 2025 stark an
Im Jahr 2025 nahmen vorsätzliche Anschläge auf die deutsche Verkehrsinfrastruktur deutlich zu. Insgesamt wurden 93 Straftaten als gezielte Sabotage eingestuft – ein Anstieg gegenüber 78 Fällen im Jahr 2023 und 58 im Jahr 2024. Dabei traten neue Deliktkategorien auf, die in den Vorjahren nicht verzeichnet worden waren.
Am 12. Januar 2025 entgleiste ein Güterzug zwischen Essen und Oberhausen, nachdem ein Metallbügel auf den Schienen platziert worden war. Die Tat wurde als Sabotage bestätigt und war zeitlich so gelegt, dass kurz darauf ein US-Militärkonvoi dieselbe Strecke nutzen sollte.
Im Mai 2025 nahmen Bundesanwälte drei Männer fest, die Brand- und Bombenanschläge auf den deutschen Güterverkehr geplant hatten. Zwei von ihnen wurden als niederrangige Agenten beschrieben. Später, im Herbst 2025, führten zwei Ukrainer im Auftrag Russlands Sprengstoffanschläge auf eine Bahnstrecke zwischen Warschau und Lublin durch.
Ebenfalls im September 2025 durchsuchten die Behörden ein Frachtschiff in den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals. Der Einsatz erfolgte aufgrund des Verdachts einer drohnenbasierten Aufklärung gegen ein Marineschiff. Im Jahr 2025 wurden zudem 12 Straftaten unter dem rechtlichen Tatbestand der „agenturhaften Sabotagevorbereitung“ erfasst – eine Kategorie, die in den Statistiken der Jahre 2023 und 2024 noch nicht vorkam.
Bei der Aufschlüsselung der Motive für 2025 entfiel der größte Anteil auf die Kategorie „sonstige Zugehörigkeit“ mit 37 Fällen. Linksextremistische Taten machten 18 Fälle aus, während rechtsextremistische, ausländische und religiös motivierte Straftaten jeweils 10, 12 bzw. 16 Fälle umfassten. Der Anteil linksextremistischer Sabotageakte war damit seit 2023 rückläufig.
Der deutliche Anstieg der Sabotagevorfälle markierte 2025 eine bemerkenswerte Entwicklung. Es traten neue Deliktformen auf, und die Verteilung der Motive veränderte sich spürbar. Die Behörden blieben wachsam und reagierten auf die wachsenden Bedrohungen für die Verkehrsnetze.






