Solingen startet mit "Housing First" den Kampf gegen Obdachlosigkeit
Stefanie GeißlerSolingen startet mit "Housing First" den Kampf gegen Obdachlosigkeit
Solingen will sein Vorgehen gegen Obdachlosigkeit mit einer neuen langfristigen Strategie grundlegend reformieren. Der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Gemeinschaftsteilhabung der Stadt kommt am 21. April 2026 zusammen, um konkrete Maßnahmen zu beraten. Ein fraktionsübergreifender Antrag drängt auf einen strukturierten Plan, um das Problem nachhaltig anzugehen und die Zahl der wohnungslosen Menschen auf der Straße zu verringern – derzeit wird sie auf etwa 20 Personen geschätzt.
Kernstück der neuen Strategie ist das "Housing First"-Modell, das obdachlosen Menschen zunächst eine dauerhafte Unterkunft vermittelt, bevor andere Herausforderungen angegangen werden. Dieser Ansatz wurde bereits im Rahmen der Initiative "ProMie+ Solingen" erprobt, die langzeiterfahrenen Obdachlosen den Weg in stabile Wohnverhältnisse ebnete. Das Programm soll nun fest in das soziale Unterstützungssystem der Stadt integriert werden.
Um auch diejenigen zu erreichen, die weiterhin auf der Straße leben, werden die aufsuchenden Hilfsangebote ausgebaut. Niedrigschwellige Gesundheits- und Beratungsdienste werden gestärkt, damit wohnungslose Menschen ohne bürokratische Hürden Zugang zu notwendiger Versorgung erhalten. Gleichzeitig werden präventive Maßnahmen ausgeweitet, um zu verhindern, dass Menschen überhaupt ihre Wohnung verlieren.
Der Ausschuss wird zudem prüfen, ob Koordinierungsstellen eingerichtet werden können, um die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Wohlfahrtsverbänden und weiteren Akteuren zu verbessern. Regelmäßige Fortschrittsberichte sollen die Wirksamkeit der Maßnahmen dokumentieren und Daten für künftige politische Entscheidungen liefern.
Die neue Strategie markiert einen Wandel hin zu proaktiven, langfristigen Lösungen im Umgang mit Obdachlosigkeit in Solingen. Durch die Einführung von "Housing First" und den Ausbau der Unterstützungsangebote will die Stadt die Zahl der Menschen ohne Obdach reduzieren und künftigen Fällen vorbeugen. Die ersten Schritte werden in der anstehenden Ausschusssitzung am 21. April 2026 beraten.






