15 March 2026, 04:17

Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und Exportschlagerin wurde

Eine Frau in einem gelben Kleid hält eine Puppe, beide mit sanften und neugierigen Ausdrücken, vor einem hellblauen Hintergrund, mit dem Text "Berliner Leben Magazine - April 1928" und einem Wasserzeichen in der rechten unteren Ecke.

Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und Exportschlagerin wurde

1966 brachte die DDR mit Steffi eine Modepuppe für Jugendliche auf den Markt – eine heimische Alternative zu Barbie und Petra. Schnell entwickelte sie sich zu einem kulturellen Symbol. Doch ihre Schaffung hatte auch einen praktischen Zweck: Sie sollte die Exportwirtschaft des Landes stärken.

Geboren wurde Steffi in Waltershausen, einer Stadt im Thüringer Wald, die einst das Zentrum des DDR-Puppenbaus war. Hier hatte die staatseigene VEB Puppenfabrik Biggi ihren Sitz. Den Namen prägte die Designerin Margot Schmied, die die Puppe nach ihrer Tochter benannte.

Von Anfang an fiel Steffi durch ihr erwachsenes, damenhaftes Auftreten auf. Ihre Körperform war voller und strukturierter als die von Barbie und spiegelte die Modetrends der 1960er-Jahre wider. Ein Markenzeichen war ihre üppige, voluminöse Hochsteckfrisur aus hochwertigen, knitterfreien Kunstfasern.

Anders als viele westliche Puppen dieser Zeit wurde Steffi früh in verschiedenen Hauttönen produziert – ein fortschrittlicher Schritt in Sachen rassischer Repräsentation. Zudem vermarktete man sie im Ausland, wo sie oft als diplomatisches Geschenk an ausländische Würdenträger überreicht wurde. Diese Exporte brachten der DDR dringend benötigte Devisen ein.

In der Heimat kostete Steffi stolze 16 DDR-Mark – für viele Familien ein beträchtlicher Preis. Dennoch blieb sie beliebt, nicht zuletzt wegen ihrer vielfältigen Outfits, die unterschiedliche Berufe und Stile abbildeten. Heute zahlen Sammler je nach Zustand und Originalzubehör zwischen 20 und 200 Euro für eine Steffi-Puppe.

Ihr Erbe lebt weiter – als kulturelles Zeugnis und begehrtes Sammlerstück. Mit ihren progressiven Designelementen, von diversen Hauttönen bis zum eleganten Stil, hob sie sich im Puppenmarkt ab. Jahrzehnte später bleibt Steffi ein greifbares Stück DDR-Geschichte, gesucht von Enthusiasten und Historikern gleichermaßen.

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