19 April 2026, 18:20

Videobeweis im DFB-Pokal: Warum die Ausweitung auf frühe Runden streitbar bleibt

Schiedsrichter spricht mit zwei Fußballspielern auf einem saftig grünen Feld, ein Spieler hält einen Fußball.

Videobeweis im DFB-Pokal: Warum die Ausweitung auf frühe Runden streitbar bleibt

Die Nutzung des Videobeweises im deutschen Fußball bleibt umstritten – aktuell wird eine Ausweitung auf frühere Runden des DFB-Pokals diskutiert. Bisher kommt das System erst ab dem Viertelfinale zum Einsatz, doch jüngste Vorfälle und prominente Kritik haben die Debatte über eine frühere Einführung neu entfacht.

Die Implementierung des Videobeweises in Bundesliga und 2. Bundesliga kostet pro Saison rund 12 Millionen Euro, inklusive Personalkosten. Pro Spiel fallen fast 20.000 Euro an, was Fragen nach der Machbarkeit für unterklassige Vereine aufwirft.

Im DFB-Pokal wurde der Videobeweis in der Saison 2019/20 eingeführt – allerdings ebenfalls erst ab dem Viertelfinale. Diese begrenzte Nutzung hat immer wieder für Diskussionen gesorgt, insbesondere nach umstrittenen Entscheidungen in früheren Runden. Ein markantes Beispiel war die Saison 2022/23, als Schiedsrichter Tobias Welz und sein Team eine Abseitsposition von Leroy Sané im Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München übersahen. Das Tor zählte – und könnte den Ausgang der Partie beeinflusst haben.

Erst kürzlich kritisierte Eintracht Frankfurts Trainer Dino Toppmöller den Videobeweis, nachdem ein Treffer seines Teams im Bundesliga-Spiel gegen Heidenheim zu Unrecht aberkannt worden war. Er sprach von einem klaren Fehler und verstärkte damit die wachsende Unzufriedenheit bei Trainern und Fans.

FC Bayern München-Chef Max Eberl plädiert dafür, den Videobeweis bereits ab der zweiten Runde des DFB-Pokals einzusetzen. Jochen Drees, ehemaliger Schiedsrichter und heute Innovationschef der DFB Schiri GmbH, unterstützt diesen Vorschlag – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Eine frühere Einführung würde jedoch erhebliche finanzielle Herausforderungen mit sich bringen. Viele Vereine außerhalb der ersten beiden Ligen verfügen nicht über die nötige Infrastruktur, und die Finanzierung für untere Spielklassen ist noch ungeklärt.

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Die Kosten des Videobeweises sind bereits jetzt beträchtlich: In Bundesliga und 2. Bundesliga belaufen sich die Grundkosten auf etwa 11 Millionen Euro, hinzu kommen fast eine weitere Million für das Personal. Pro Spiel sind das knapp 20.000 Euro – eine Summe, die für kleinere Vereine eine erhebliche Belastung darstellen würde.

Die Diskussion um den Videobeweis im DFB-Pokal dreht sich letztlich um die Abwägung zwischen Fairness und finanzieller Realität. Zwar könnte eine frühere Einführung Schiedsrichterfehler verringern, doch die Kosten und logistischen Hürden bleiben beträchtlich. Ob es zu einer Ausweitung kommt, hängt davon ab, ob die Finanzierungsfragen geklärt werden und alle teilnehmenden Vereine die Technik unterstützen können.

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