21 June 2026, 02:19

Warum Österreichs Schimpfwörter mehr als nur Wut ausdrücken

Der Karotte ohne den Stock: Klaus Eckel über radikale Freundlichkeit

Warum Österreichs Schimpfwörter mehr als nur Wut ausdrücken

Österreicher verfügen über einen reichen Schatz an Schimpfwörtern – allein über 50 Ausdrücke für „Idiot“ lassen sich zählen. Dazu gehören kreative Beleidigungen wie „Dodel“, „Wappler“ oder „Vollkoffer“. Fluchen gilt im Land gar als eine Art Energiequelle oder sogar als eine Form von Yoga.

Inspiriert von Islands berühmten über 50 Wörtern für „Schnee“ erkundet die Autorin die sprachliche Kreativität Österreichs. Gleichzeitig schlägt sie einen spielerischen Umgang mit Alltagsärger vor – etwa bei langsamen Autofahrern oder lauten Telefonaten im Zug.

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Statt sich zu ärgern, will die Autorin einem Fahrer danken, der ihr den letzten Parkplatz weggeschnappt hat. Einem Bäckereikunden, der sie versehentlich anrempelt, soll für die „kostenlose Massage“ gedankt werden. Und wer laut telefoniert, erhält freundlicherweise eine Hustenpastille angeboten.

Auf selbstabwertende Begriffe wie „Idiot“ verzichtet sie bewusst und bevorzugt stattdessen „kognitiver Minimalist“, wenn mal etwas schiefgeht. Ihr Vorschlag: Ärger mit Freundlichkeit begegnen. Scherzhaft fordert sie sogar, das Buch „Radikale Freundlichkeit“ in Österreich zu verbieten.

Der Text plädiert dafür, Frust durch Humor und kleine Gesten der Nächstenliebe zu ersetzen. Er zeigt, wie Sprache und Haltung alltägliche Nervereien in Momente der Verbindung verwandeln können. Mit ihrem heiteren Ansatz bietet die Autorin eine erfrischende Perspektive im Umgang mit kleinen Ärgernissen.

Quelle