29 April 2026, 14:23

Warum scheitert die Kapitalismuskritik im neoliberalen Zeitalter so oft?

Papier mit handgeschriebenem Text, der "Newtown Market Hall, die Wahl, Mr. Williams' Vorschlag gegen die Mehrheit" liest.

Warum scheitert die Kapitalismuskritik im neoliberalen Zeitalter so oft?

Krise der Kritik? Gegner des Kapitalismus im neoliberalen Zeitalter

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Eine neue Anthologie untersucht, warum sich der Widerstand gegen den Kapitalismus im Aufstieg des Neoliberalismus so schwergetan hat. "Krise der Kritik? Gegner des Kapitalismus im neoliberalen Zeitalter" analysiert, wie die Systemkritik seit den 1970er-Jahren an Schlagkraft verloren hat. Das Buch argumentiert, dass eine zu enge Fixierung auf den Neoliberalismus selbst tiefere Probleme des antikapitalistischen Denkens verdecken könnte.

Seit den 1970er-Jahren diskutieren Wissenschaftler:innen, wie der Neoliberalismus zur vorherrschenden globalen Ideologie wurde. Die Erklärungsansätze lassen sich grob in zwei Strömungen unterteilen: Die eine verweist auf strukturelle Verschiebungen im Kapitalismus, die andere untersucht die intellektuellen Wurzeln neoliberaler Ideen. Doch schon der Begriff "Neoliberalismus" ist fragmentierter, als viele annehmen – und riskiert damit allzu vereinfachte Kritik.

Die Proteste von 1968 richteten sich in scharfer Form gegen den Konsumismus, doch diese Kritik war nie losgelöst von einer grundsätzlichen Kapitalismuskritik. Bereits früher, während des Nachkriegbooms, existierten konsumkritische Ansätze neben systemischen Herausforderungen. Doch selbst die Gründung der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) in Deutschland in den 1990er-Jahren vermochte es nicht, eine grundlegende antikapitalistische Opposition wiederzubeleben.

Die Anthologie zeigt auf, wie sozialdemokratische und linksliberale Gruppen neoliberale Reformen oft als Lösungen für Krisen übernahmen. Dieser Wandel, so die These, spiegle eine allgemeine Schwächung antikapitalistischer Bewegungen wider. Statt den Neoliberalismus lediglich als eigenständige Ideologie anzugreifen, plädiert das Buch dafür, genauer zu hinterfragen, warum seine Kritiker:innen so wenig Boden gutmachen konnten.

Die Beitragenden schlagen vor, dass antikapitalistisches Denken über enge Neoliberalismus-Kritik hinauswachsen muss. Durch die Analyse sowohl struktureller Veränderungen als auch ideologischer Verschiebungen wird deutlich, wie sich der Widerstand gegen den Kapitalismus neu formiert hat. Die Erkenntnisse des Bandes deuten darauf hin, dass in einer Zeit, in der selbst linke Akteur:innen marktgetriebene Reformen akzeptieren, neue Strategien nötig sind.

Quelle