"Was ist los mit Karsten?" – Wie ein Diabetes-Anfall zum Kult-Meme wurde
Julian Klingelhöfer"Was ist los mit Karsten?" – Wie ein Diabetes-Anfall zum Kult-Meme wurde
Karsten Wöllner, der Mann hinter dem viralen Meme "Was ist los mit Karsten?", hat in einem neuen YouTube-Video seine Sicht der Dinge geschildert. Der Clip, der zu einem festen Bestandteil der deutschen Internetkultur wurde, entstand 2014 während eines TV-Auftritts, bei dem er während eines wütenden Monologs gegen eine Wand taumelte – ein Vorfall, der mit seiner Diabetes-Erkrankung zusammenhing.
Das Meme tauchte erstmals 2007 in der Sendung Wildes Wohnzimmer auf, erlebte aber zwischen 2015 und 2018 seinen Durchbruch. Durch Remixe, Parodien und unzählige Shares auf YouTube, Twitter und TikTok entwickelte sich Wöllners Moment zu einem Kultphänomen. Bis heute, 2026, ist das Meme präsenter denn je: Es wird in Podcasts zitiert, auf Merchandise-Artikeln verkauft und sogar in politischer Satire verwendet.
Wöllner erklärte, dass sein Blutzuckerspiegel vor dem Vorfall stark abfiel, was sein ungewöhnliches Verhalten auslöste. Das Filmteam half ihm sofort und sorgte dafür, dass er etwas aß, um seinen Zustand zu stabilisieren. Dennoch bedauert er, dass die synchronisierte Fassung der Sendung seinen gesundheitlichen Zustand nicht klarer dargestellt habe – das hätte möglicherweise das öffentliche Bild von ihm verändert.
Mit der Zeit wuchs Wöllners Frust, als Schüler den Clip nachahmten und Scherzbolde sich als Anwälte ausgaben, um die Löschung des Videos zu fordern. Er zog zwar rechtliche Schritte in Betracht, verzichtete aber angesichts der hohen Kosten und der aussichtslosen Lage – das Meme war längst nicht mehr aufzuhalten. Obwohl er sich schließlich mit dessen Existenz arrangierte, bereut er, die Reichweite des Memes nicht genutzt zu haben, um über Diabetes aufzuklären.
Trotz aller Verärgerung räumt Wöllner die Langlebigkeit des Memes ein. Was als Spott begann, wurde zu einem dauerhaften Stück Internetgeschichte und zementierte seinen unfreiwilligen Platz in der digitalen Kultur.
Über ein Jahrzehnt später lebt das "Was ist los mit Karsten?"-Meme weiter. Wöllners Geschichte zeigt, wie aus einem persönlichen Gesundheitskampf ein digitales Phänomen wurde, das sowohl sein Leben als auch den Humor im Netz prägte. Seine Erfahrungen verdeutlichen zudem die Herausforderungen, die eigene Darstellung zu kontrollieren, sobald sie einmal viral geht.