24 June 2026, 12:14

Wie eine griechische Gastarbeiterin 1973 mit einem Streik Geschichte schrieb

"Wir hatten damals niemanden auf unserer Seite"

Wie eine griechische Gastarbeiterin 1973 mit einem Streik Geschichte schrieb

Irina Vavitsa kam 1971 als griechische Gastarbeiterin nach Deutschland. Sie arbeitete bei Hella, einem Automobilzulieferer in Lippstadt, wo sie in Baracken lebte, die einst während der NS-Zeit für Zwangsarbeiter genutzt worden waren. Wie viele Migrantinnen und Migranten verdiente sie für dieselbe Arbeit weniger als ihre deutschen Kollegen.

Vavitsa und ihr Mann erhielten ihre Arbeitserlaubnis über ein Anwerbeabkommen zwischen Griechenland und Deutschland. 1973 führten die durch die Ölkrise verschärften Spannungen und die ungerechte Bezahlung dazu, dass sie und ihre Kolleginnen und Kollegen einen dreitägigen Streik organisierten. Die Aktion vereinte migrantische und deutsche Beschäftigte, die gemeinsam bessere Arbeitsbedingungen und gleiche Behandlung forderten.

Der Streik war erfolgreich: Vavitsa und andere erreichten eine Lohnerhöhung von 50 Pfennig pro Stunde. Mit heute 76 Jahren ist sie weiterhin aktiv in der IG Metall, der Gewerkschaft der Metallarbeiter, und setzt sich weiterhin für Arbeitnehmerrechte ein. Sie ist überzeugt, dass eine starke, klassenbewusste Gesellschaft weiterhin für Gerechtigkeit kämpfen muss.

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Deutschland entwickelt allmählich eine Erinnerungskultur an die Kämpfe der Gastarbeiter. Gewerkschaften wie die IG Metall haben dabei eine zentrale Rolle gespielt, ihre Geschichte zu dokumentieren und zu bewahren. Der Streik von 1973 markierte einen Wendepunkt für die Gastarbeiter und zeigte ihre kollektive Stärke. Vavitsas Geschichte unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, ihre Leistungen anzuerkennen. Heute sorgen Gewerkschaften dafür, dass diese Erfahrungen nicht in Vergessenheit geraten.

Quelle