20 April 2026, 00:53

Wie eine Initiative in Schildgen Geflüchteten seit zehn Jahren neue Chancen gibt

Plakat für den Wohltätigkeitsbasar für die Witwen und Waisen deutscher, australischer, ungarischer und alliierter Soldaten mit Veranstaltungseinzelheiten im Text.

Wie eine Initiative in Schildgen Geflüchteten seit zehn Jahren neue Chancen gibt

Vor zehn Jahren schlossen sich Bewohner von Schildgen in Bergisch Gladbach zusammen, um Geflüchtete in ihrer Gemeinde zu unterstützen. Die 2015 gestartete Initiative "Willkommen in Schildgen" hat seitdem Dutzenden Menschen geholfen, ihr Leben neu aufzubauen – darunter Youssef Messraba, ein syrischer Geflüchteter, der heute Elektro- und Medizintechnik studiert. Doch trotz seiner Erfolge bleibt er mit Herausforderungen konfrontiert: lange Wartezeiten auf die Staatsbürgerschaft und alltägliche Vorurteile.

2015 hatten sich etwa 100 Einheimische zu "Willkommen in Schildgen" zusammengeschlossen, um neu angekommene Geflüchtete zu begleiten. Die Gruppe half bei Behördengängen, Arztbesuchen, Deutschkursen sowie bei rechtlichen und beruflichen Fragen. Einer der Unterstützten war Youssef Messraba, der aus Syrien floh und sich noch im selben Jahr in Katterbach niederließ.

Die Bilanz der Initiative nach zehn Jahren ist beeindruckend: 72 Prozent der Geflüchteten, die sie begleitete, sind heute erwerbstätig, 15 Prozent befinden sich in Ausbildung oder Studium. Die meisten sprechen mittlerweile fließend Deutsch. Messraba selbst absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Elektroniker, bevor er sein aktuelles Studium aufnahm.

Kürzlich feierte die Initiative ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Treffen in der Herz-Jesu-Kirche. Ehemalige Geflüchtete und Ehrenamtliche trafen sich, tauschten sich über Fortschritte aus und zeigten ihre Dankbarkeit. Parallel ist bis zum 6. Dezember in der Altenberger-Dom-Straße 125 die Ausstellung "Himmel un Ääd" mit 21 farbigen Porträts von Geflüchteten zu sehen. Ein weiteres Event, "Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen", findet am 28. November statt, bei dem Marwah und Hosheen über ihre Wege berichten werden.

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Doch auch Messrabas eigener Weg war nicht ohne Hindernisse. Trotz seiner Integration – er hat deutsche Freunde, lebte drei Jahre mit einer deutschen Partnerin zusammen und spricht perfekt Deutsch – erlebte er Ausgrenzung an der Universität und in seiner Nachbarschaft. Sein vor 20 Monaten gestellter Antrag auf Einbürgerung ist bis heute nicht beschlossen.

"Willkommen in Schildgen" hat bleibende Spuren in der Gemeinde hinterlassen. Viele Geflüchtete haben sich beruflich etabliert, die Sprache gelernt und soziale Bindungen in Deutschland geknüpft. Dennoch zeigen Verzögerungen bei der Einbürgerung und anhaltende Vorurteile, dass volle Integration für manche noch ein Prozess bleibt. Die Jubiläumsveranstaltungen machen sowohl die Erfolge als auch die fortbestehenden Herausforderungen sichtbar.

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