Willich reformiert Kitas: Schließungen, Umzüge und weniger Plätze bis 2029
Stefanie GeißlerWillich reformiert Kitas: Schließungen, Umzüge und weniger Plätze bis 2029
Willich gestaltet seine Kinderbetreuung in den kommenden Jahren um
In den nächsten Jahren wird Willich sein Angebot an Kindertageseinrichtungen grundlegend reformieren. Einige Einrichtungen werden geschlossen oder umziehen, während andere erweitert werden, um sich an die veränderte Nachfrage anzupassen. Hintergrund der Umstrukturierung sind sinkende Geburtenraten und ein angespanntes Haushaltsbudget der Stadt.
Ab dem Kindergartenjahr 2027/2028 zieht die Kita Villa Kunterbunt in das Gebäude der St. Irmgardis um. Dies folgt auf die geplante Schließung der bisherigen St.-Irmgardis-Kita am Ende des Zeitraums 2026/2027. Die Stadt und der Kirchenverband wollen die künftigen Bedarfe und mögliche Anpassungen weiterhin gemeinsam prüfen.
Unterdessen wird die Kita Alperhof in das generationenübergreifende Projekt Reinershof verlegt. Das alte Gebäude des Alperhofs soll abgerissen werden. Eine weitere Veränderung betrifft das Brückenprojekt "Schatzkiste" des DRK, das bis zum 31. Juli 2026 endet.
Die Stadt hat zudem die Förderung für die von der AWO betriebene Kita "Blaues Haus" in Schiefbahn bis zum 31. Juli 2027 verlängert. Trotz der Umstrukturierungen versichert die Verwaltung, dass Familien im Norden Willichs weiterhin Zugang zu nahen Betreuungsangeboten haben werden. Die längste Anreise zur nächstgelegenen Einrichtung werde maximal 16 Minuten mit dem Bus oder 9 Minuten mit dem Auto betragen.
Eltern aus der Region äußern jedoch Bedenken wegen der schrumpfenden Auswahl vor Ort. Sie befürchten, dass die Veränderungen den Norden Willichs für junge Familien weniger attraktiv machen könnten. Die Stadt hingegen hält den Bau zweier neuer Kitas für unnötig. Bis 2029 rechnet Willich aufgrund der nachlassenden Nachfrage sogar mit einem Überschuss von 440 Betreuungsplätzen.
Ziel der Neuordnung ist es, das Angebot an die tatsächliche Nachfrage anzupassen. Zwar müssen einige Familien künftig weitere Wege in Kauf nehmen, doch die Stadt betont, dass die Fahrzeiten im vertretbaren Rahmen bleiben. Die Anpassungen spiegeln die demografischen Entwicklungen und die Haushaltslage Willichs wider.