08 May 2026, 18:19

Amos Oz zum Unabhängigkeitstag: Lesung über Kibbuzim und menschliche Träume

Ein Plakat mit einer detaillierten Karte von Israel mit Städten, Flüssen und geografischen Merkmalen in englischer und hebräischer Sprache.

Amos Oz zum Unabhängigkeitstag: Lesung über Kibbuzim und menschliche Träume

Literarischer Abend am 13. Mai: Lesungen aus dem Werk von Amos Oz zur Einstimmung auf Israels Unabhängigkeitstag

Am 13. Mai findet ein literarischer Abend mit Lesungen aus den Werken des israelischen Schriftstellers Amos Oz statt – eine Hommage im Vorfeld des israelischen Unabhängigkeitstags. Heinz D. Haun wird Auszüge aus zwei Erzählungen von Oz vortragen, begleitet von Live-Musik von Arne Meinhardt (Akkordeon) und seiner Tochter Anaïs (Cello). Veranstalter sind das Katholische Bildungswerk und der Verein Ganey Tikva.

Im Mittelpunkt des Abends stehen zwei Texte aus Oz’ Sammlung „Zwischen Freunden“. Eine der Geschichten, „Esperanto“, erzählt von Martin, einem sterbenden Schuhmacher, der davon träumt, eine Esperanto-Gruppe zu gründen, um die Konflikte der Menschheit zu beenden. Die andere Erzählung thematisiert die Spannungen innerhalb der Kibbuzim – jenen kollektiven Siedlungen, die vor der Staatsgründung Israels 1948 im Heiligen Land entstanden.

Die Kibbuz-Bewegung strebte eine ideale Gesellschaft ohne Geld und Privateigentum an, in der alle Mitglieder gleichberechtigt arbeiteten. Doch Oz’ Geschichten zeigen die Krisen der späten 1950er-Jahre, als starre Gemeinschaftsregeln auf menschliche Bedürfnisse prallten. Trotz des utopischen Ansatzes erwies sich das System als nicht tragfähig: Viele wehrten sich gegen die dauerhafte Unterordnung unter das Kollektiv.

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Heinz D. Haun wird diese Themen in seinen Lesungen lebendig werden lassen. Die musikalische Untermalung von Arne Meinhardt und Anaïs Meinhardt – mit Akkordeon und Cello – verleiht dem Abend zusätzliche Tiefe und lädt zum Nachdenken über kollektive Ideale und persönliche Sehnsüchte ein.

Der Termin fällt in die Zeit vor Jom HaAtzma’ut, Israels Unabhängigkeitstag, der am 14. Mai 1948 von David Ben-Gurion ausgerufen wurde. Durch Oz’ Erzählungen und die live dargebotene Musik setzen sich die Besucher:innen mit der Geschichte und den Widersprüchen des kollektiven Lebens auseinander. Der Abend bietet Gelegenheit, sowohl die Visionen als auch die Realitäten der Kibbuz-Bewegung zu reflektieren.

Quelle