19 March 2026, 10:35

Bayerische Ampeln zeigen Dürers Hasen, Knödelwerfer und Mönche statt Standardfiguren

Gruppe von Menschen zu Fuß und mit dem Fahrrad auf einer Straße vor dem Brandenburger Tor, die eine Fahne halten, mit Laternenmasten und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Wenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Verkehrslichtszenen sind im Kommen - Bayerische Ampeln zeigen Dürers Hasen, Knödelwerfer und Mönche statt Standardfiguren

In mehreren bayerischen Städten haben die klassischen Fußgängerampeln Platz gemacht für Entwürfe, die von der regionalen Kultur inspiriert sind. Statt der gewohnten grünen Figur begegnen den Einwohnern nun Symbole wie Dürers Hase, eine Knödel werfende Frau oder ein Würstchenverkäufer. Der Trend stößt sowohl auf Begeisterung als auch auf Diskussionen über die Verkehrssicherheit.

Nürnberg machte den Anfang und installierte eine Ampel mit Albrecht Dürers "Feldhasen" – und zwar ohne vorherige Genehmigung der Regionalbehörden. Der Oberbürgermeister betonte später, dass es keine Unfälle in Verbindung mit dem Design gegeben habe. Die Nachbarstadt Augsburg ging einen anderen Weg: Sie holte sich für ihre "Kasperl"-Figur eine Sondererlaubnis von der schwäbischen Landesregierung, um die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften zu gewährleisten.

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Deggendorf setzte auf eine verspieltere Note und zeigte an seinen Fußgängerübergängen eine Frau, die Knödel wirft. In Dachau zieren nun Figuren in traditioneller bayerischer Tracht die Ampeln, und nach positiver Resonanz der Bürger soll das thematische Design weiter ausgebaut werden. Die Kosten für die Umgestaltung hielten sich bisher in Grenzen: 300 Euro für Schablonen und die Arbeit eines Grafikdesigners.

Hof stieß zunächst auf Widerstand, als die Stadt den "Wärschtlamo" – ihren berühmten Würstchenverkäufer – als Ampelfigur vorschlug. Die Behörden lehnten den Vorschlag zunächst aus Sicherheitsbedenken ab, gaben später aber grünes Licht. München hingegen verfügt bereits über drei "Pumuckl"-Ampeln, und in Straubing ist "Bruder Straubinger", eine lokale Mönchsfigur, zu sehen.

Das bayerische Innenministerium steht dem Trend kritisch gegenüber. Es argumentiert, dass Verkehrssignale klar und sofort erkennbar sein müssten, und warnt vor Designs, die Fußgänger verwirren oder soziopolitische Botschaften transportieren könnten.

Der Wechsel zu kulturell geprägten Ampeln spiegelt eine Mischung aus regionalem Stolz und kreativem Ausdruck wider. Während einige Städte mit offiziellen Genehmigungen vorgehen, setzen andere auf die Zustimmung der Bürger – und handeln ohne formale Freigabe. Die Debatte, wie sich Tradition und Verkehrssicherheit in Einklang bringen lassen, wird voraussichtlich weitergehen, sobald neue Entwürfe hinzukommen.

Quelle