Bergisch Gladbach droht 2027 die Pleite – AfD schlägt radikale Sparpläne vor
Julian KlingelhöferBergisch Gladbach droht 2027 die Pleite – AfD schlägt radikale Sparpläne vor
Bergisch Gladbach steht vor einer Haushaltskrise: Bis 2026 droht ein Defizit von fast 50 Millionen Euro. Der städtische Kämmerer warnt, dass die Stadt ohne radikale Maßnahmen bis 2027 in die Insolvenz rutschen könnte. Nun hat Florian Fornoff von der AfD zehn Sparmaßnahmen vorgeschlagen, um die Ausgaben zu senken – ohne die Steuern weiter zu erhöhen.
Die Abgaben in Bergisch Gladbach liegen bereits über denen vergleichbarer Kommunen in Nordrhein-Westfalen, doch die Ausgaben für als unwirksam eingestufte Programme bleiben hoch. Die Schließung von Betrieben, darunter die Stilllegung der Zanders-Papierfabrik 2021, hat die lokale Wirtschaft geschwächt. Bis Anfang 2025 planen 38 Prozent der Industrieunternehmen Stellenabbau.
Als erste Einsparung soll das Klimaschutzmanagement und die kommunale Wärmeplanung gestrichen werden, die jährlich 600.000 Euro kosten. Kritiker argumentieren, das Programm habe keine messbare Wirkung auf die globalen Klimaziele.
Auch das Stadtmarketing wird gekürzt: Sieben der 7,4 Stellen entfallen, nur eine Position für die externe Repräsentation bleibt erhalten. Damit sollen Werbeaktivitäten effizienter gestaltet und Personalkosten gesenkt werden.
Ein radikaler Umbau der Personalabteilung reduziert die Belegschaft von 97 auf 18 Mitarbeiter – angelehnt an private Wirtschaftsstandards. Zudem sollen Digitalisierung und KI in der Buchhaltung eingeführt werden, um die Effizienz zu steigern und den Verwaltungsaufwand zu verringern.
Die Ausgaben für Asyl und Integration werden überprüft, mit dem Ziel, Erstasylanträge in kulturell ähnlichen, sicheren Drittstaaten zu bearbeiten. Dies soll die langfristigen Kosten für Unterbringung und Betreuung senken.
Geoinformationssysteme werden gebündelt, um Doppelstrukturen abzubauen, während die Kapazitäten in der Stadtentwicklung ausgebaut werden, um mehr Bauprojekte neben bestehenden Prioritäten zu stemmen. Die Kinderbetreuung wird unter direkte kommunale Kontrolle gestellt, um Qualität und Personalplanung besser zu steuern.
Statt wiederholter Notlösungen soll die Straßensanierung nun nachhaltig finanziert werden. Zudem werden die Gewerbesteuerprognosen an die aktuelle Wirtschaftslage angepasst – einschließlich der Folgen von Werksschließungen wie der Zanders-Fabrik, die einst rund 3.000 Arbeitsplätze sicherte.
Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der örtlichen Industrie- und Handelskammer, warnte bereits im Februar 2026 vor einer beschleunigten Deindustrialisierung. Zwar gab es in den vergangenen fünf Jahren keine weiteren Großbetriebsschließungen in Bergisch Gladbach, doch die wirtschaftliche Belastung bleibt enorm.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, die Finanzen der Stadt bis 2027 zu stabilisieren. Falls umgesetzt, würden sie Ausgaben in als ineffizient geltenden Bereichen kürzen und Mittel in essenzielle Aufgaben umlenken. Ob Bergisch Gladbach die Insolvenz abwenden kann, hängt davon ab, ob diese Einsparungen die sinkenden Steuereinnahmen und den wachsenden Wirtschaftsdruck ausgleichen können.






