31 March 2026, 16:26

EU-Emissionshandel: Kommission plant branchenspezifische Reformen für die Chemieindustrie

Eine Europakarte mit dem Logo des Europäischen Umweltbüros in der linken oberen Ecke, die in verschiedenen Grüntönen schattiert ist, um die EU-Regionen anzuzeigen.

EU-Emissionshandel: Kommission plant branchenspezifische Reformen für die Chemieindustrie

Die Europäische Kommission wird an diesem Mittwoch ihre neuesten Vorschläge zur Reform des EU-Emissionshandels (ETS) vorlegen. Branchenführer und Politiker diskutieren bereits über die geplanten Änderungen, wobei einige weitreichende Anpassungen fordern, um Schlüsselbranchen zu schützen. Ein kürzlich erschienener Gastbeitrag von Evonik-Chef Christian Kullmann und dem EU-Abgeordneten Peter Liese hat die Debatte weiter befeuert und plädiert für einen ausgewogenen Ansatz.

Die anstehende Reform markiert eine spürbare Abkehr von früheren Plänen wie dem "Fit-for-55"-Paket von 2023. Diesmal schlagen die Kommissionsvorschläge branchenspezifische Anpassungen für die chemische Industrie vor. Kostenlose Zuteilungen von Emissionsrechten sollen an energieintensive Prozesse angepasst werden, während der Schutz vor Kohlenstoffleakage bis 2040 verlängert wird. Bestimmte Hochreinheits-Chemieproduktionen werden zudem von der vollständigen Versteigerung ausgenommen – wie im Gesetzespaket von März 2026 vorgesehen.

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Die Reform sieht außerdem die dauerhafte Streichung der Stornierung von Zertifikaten im Marktstabilitätsreservoir (MSR) vor. Diese Änderung soll mehr Stabilität im System schaffen. Kullmann, der zuvor entweder eine Abschaffung oder eine radikale Überarbeitung des ETS gefordert hatte, veröffentlichte nun gemeinsam mit Peter Liese einen Gastbeitrag im Handelsblatt. Darin setzen sie sich für pragmatische Lösungen und kluge Kompromisse ein, um sicherzustellen, dass das System wirksam bleibt, ohne die Industrie zu überlasten.

Die Bedenken der Chemieindustrie scheinen die Haltung der Kommission beeinflusst zu haben. Frühere Entwürfe waren kritisiert worden, weil sie die Hersteller zu stark belasteten. Die neuen Anpassungen zeigen den Versuch, Klimaziele mit industrieller Wettbewerbsfähigkeit in Einklang zu bringen.

Die Vorschläge der Kommission gehen nun in die nächste Runde der Beratungen unter EU-Abgeordneten und Interessensvertretern. Sollten die Reformen verabschiedet werden, könnten sie die Auswirkungen des ETS auf energieintensive Branchen wie die Chemieindustrie grundlegend verändern. Im Mittelpunkt bleibt die Suche nach einem Kompromiss zwischen Klimazielen und wirtschaftlichen Realitäten.

Quelle