Klesch Group rettet BP-Raffinerie in Gelsenkirchen vor der Schließung
Julian KlingelhöferKlesch Group rettet BP-Raffinerie in Gelsenkirchen vor der Schließung
Die Klesch Group hat sich darauf verständigt, die BP-Raffinerie in Gelsenkirchen zu übernehmen. Der Abschluss des Geschäfts ist für Mitte 2026 vorgesehen und markiert eine Wende für einen der größten Raffinerie- und petrochemischen Standorte Europas. Die Anlage, die ursprünglich stillgelegt werden sollte, wird unter neuer Führung ihren Betrieb fortsetzen.
Die Raffinerie in Gelsenkirchen verarbeitet derzeit jährlich rund 12 Millionen Tonnen Rohöl. Sie ist Deutschlands zweitgrößter Produzent von Ethylen, einem zentralen Grundstoff für die Kunststoff- und Chemieindustrie. Am Standort arbeiten etwa 2.300 Beschäftigte, die neben Kraftstoffen auch chemische Erzeugnisse herstellen.
Ursprünglich hatte BP die Raffinerie 2023 verkauft und plante, sie bis 2025 zu schließen. Während viele europäische Raffinerien – etwa in Rotterdam und Antwerpen – ausgebaut oder weiterbetrieben wurden, hätte die Schließung Gelsenkirchens die gesamte Raffineriekapazität Europas um 5 bis 10 Prozent verringert.
Die Klesch Group, die bereits Raffinerien in Heide (Deutschland) und Kalundborg (Dänemark) betreibt, ließ sich bei der Übernahme rechtlich von der Kanzlei Clifford Chance beraten. Der Kauf steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung und soll im zweiten Quartal 2026 finalisiert werden.
Durch die Übernahme bleibt die Raffinerie in Gelsenkirchen über das ursprünglich geplante Ende 2025 hinaus in Betrieb. Mit ihrer großen Kapazität und chemischen Produktion wird der Standort eine bedeutende Rolle in Europas Energie- und Petrochemiesektor behalten. Zudem sichert der Deal die Arbeitsplätze der 2.300 Mitarbeiter des Werks.






