Lebensgefährlicher Job: Wie NRW-Sprengmeister Bomben und Granaten entschärfen
Traude SchleichLebensgefährlicher Job: Wie NRW-Sprengmeister Bomben und Granaten entschärfen
In Nordrhein-Westfalen übernehmen zwei spezialisierte Teams die gefährliche Aufgabe der Entschärfung von Sprengkörpern. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) konzentriert sich auf Kriegsaltlasten, während die LKA-Einheit USBV (Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen) sich um ungewöhnliche Bedrohungen kümmert. Beide Gruppen arbeiten mit höchster Präzision – ein einziger Fehler kann tödlich enden.
Der KBD beseitigte 2024 allein 7.266 Sprengkörper, darunter 1.606 Bomben, 2.496 Granaten, 343 Handgranaten und 30 Minen. Zudem bearbeitete das Team über 35.500 Bauanfragen, um sicherzustellen, dass Grundstücke vor Baubeginn frei von Altlasten sind.
Die LKA-USBV-Sprengstoffentschärfer, seit 1981 im Einsatz, besteht aus 15 Expert:innen. Sie werden jährlich zu rund 800 Einsätzen gerufen, davon etwa 300 zur Bombenentschärfung. Oft geht es um pyrotechnische Funde in Stadien, militärische Sprengstoffe oder sogar improvisierte Labore in Wohnhäusern.
Andreas Otte, Sprengmeister beim LKA, trägt einen Schutzanzug aus Kevlar mit Keramikplatten und einem verstärkten Helm. Die Ausrüstung wiegt 40 Kilogramm und kostet über 60.000 Euro. Das Anlegen dauert 15 Minuten, doch der Aufwand ist notwendig: Sein Team setzt bei Hochrisikoeinsätzen auf ferngesteuerte Roboter und gepanzerte Fahrzeuge.
Beide Einheiten betonen: Absolute Konzentration ist überlebenswichtig. Ein kleiner Fehler kann katastrophale Folgen haben. Ihre Arbeit schützt die Öffentlichkeit – ob bei der Räumung historischer Munition oder der Entschärfung moderner Bedrohungen.






