LEG-Mieter in Münster zahlen dreimal mehr Heizkosten durch Wärmepumpen-Contracting
Julian KlingelhöferLEG-Mieter in Münster zahlen dreimal mehr Heizkosten durch Wärmepumpen-Contracting
Mieter in Münsters Wohnanlagen sehen sich mit drastisch höheren Heizkosten konfrontiert, nachdem die Wohnungsbaugesellschaft LEG Pläne bekannt gab, Wärmepumpen zu installieren. Der Vermieter nutzt dabei ein Contracting-Modell, das die gesetzlich festgelegte Kostengrenze um mehr als das Dreifache übersteigt. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, die Lasten der Energiewende einseitig auf die Mieter abzuwälzen.
Die neuen Heizkosten für betroffene LEG-Mieter belaufen sich auf 1,80 Euro pro Quadratmeter und Monat – ein Wert, der deutlich über der im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegten Obergrenze von 0,50 Euro pro Quadratmeter für Modernisierungsumlagen liegt. Zwar erlaubt das GEG Vermietern, solche Kosten auf die Mieter umzulegen, jedoch nur, wenn sie innerhalb dieser Grenze bleiben und nicht im Rahmen eines Contracting-Vertrags abgerechnet werden.
Ines Rodriguez, eine der betroffenen Mieterinnen, wird mit dem neuen System jährlich 2.486 Euro für Heizung zahlen – 806 Euro mehr als mit ihrer bisherigen gasbetriebenen Heizung. Der Mieterverein Nordrhein-Westfalen kritisiert, dass LEG das Wärmepumpen-Contracting auf einzelne Wohnungen anwendet statt auf das gesamte Gebäude.
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) verteidigt Contracting als bewährtes Modell für Gewerbe- und Wohnimmobilien. Man argumentiert, das Verfahren sei vertretbar, solange die Kosten transparent und angemessen blieben. Nach einem Bericht des NDR hat LEG die Modernisierungspläne in Münster vorerst ausgestzt.
Der Deutsche Mieterbund fordert die Politik auf, die Regelungen schnell zu reformieren. Ohne Änderungen könnten die steigenden Heizkosten viele Haushalte während des Gasausstiegs überfordern. Das aktuelle Vorgehen von LEG zeige, wie bestehende Gesetze Mieter nicht ausreichend vor explodierenden Nebenkosten schützen.
