Maria Happel und Paula Nocker: Zwei Theaterlegenden zwischen Kritik und Leidenschaft
Julian KlingelhöferMaria Happel und Paula Nocker: Zwei Theaterlegenden zwischen Kritik und Leidenschaft
Maria Happel befindet sich derzeit in den letzten Proben für Der heilige Falstaff am Wiener Burgtheater. Die Produktion markiert die österreichische Erstaufführung eines Stücks, das von Shakespeares Heinrich IV. inspiriert ist. Neben ihrer Regiearbeit stand Happel bereits gemeinsam mit ihren Töchtern auf der Bühne, etwa 2010 in Der Weg ins Freie.
Die Schauspielerin Paula Nocker bereitet unterdessen Mythen des Alltags vor, ein Gemeinschaftsprojekt des Volkstheaters und der Wiener Festwochen. Beide Frauen sprechen offen über die beruflichen Herausforderungen und die Bedeutung von Ehrlichkeit in ihrer Zusammenarbeit.
Happel, die mehr als die Hälfte ihres Lebens in Wien verbracht hat, bezeichnet sich selbst als Spielleiterin – eine „Spielleiterin“ –, wenn sie Regie führt. Ihr Fokus liegt auf Ensemblearbeit und Präzision, doch ihr Ansatz war auch Kritik ausgesetzt. Während ihrer Zeit als Leiterin des Reinhardt-Seminars wurde ihr vorgeworfen, sich zu wenig Zeit für Studierende zu nehmen und unaufmerksam zu sein. Die Vorwürfe trafen sie, doch sie geht weiterhin auf ihre Weise mit Feedback um und vergleicht Rezensionen mit Horoskopen.
Auf der Bühne geht Happels Engagement bis ins kleinste Detail – inklusive eines Tattoos, das sie für ihre Rolle in Der heilige Falstaff trägt. Ihre Beziehung zu Nocker basiert auf gegenseitigem Respekt, selbst wenn ihre direkte Art einander manchmal herausfordert. Nocker, eine Unterstützerin der #MeToo-Bewegung, ist überzeugt, dass sich der Wandel weiterentwickeln muss. Gleichzeitig betont sie, dass Kritik berechtigt ist, solange sie respektvoll bleibt.
Die beiden Künstlerinnen haben bereits mehrfach zusammengearbeitet und verbinden dabei Berufliches mit Persönlichem. Ihre aktuellen Projekte – Happels Shakespeare-adaptierte Uraufführung und Nockers Festival-Koproduktion – spiegeln ihr anhaltendes Engagement für das Theater wider, trotz der Herausforderungen durch öffentliche Kritik und kreative Differenzen.
Happels Der heilige Falstaff feiert bald Premiere am Burgtheater, während Nockers Mythen des Alltags sich auf seine Erstaufführung vorbereitet. Beide Produktionen unterstreichen ihre unterschiedlichen Herangehensweisen an Schauspiel und Regie. Ihre Karrieren bleiben eng verflochten, geprägt von Ehrlichkeit, Widerstandsfähigkeit und einer gemeinsamen Leidenschaft für die Bühne.






