Neuer Filter gegen Mikroplastik: Waschmaschinen könnten bald sauberer waschen
Stefanie GeißlerNeuer Filter gegen Mikroplastik: Waschmaschinen könnten bald sauberer waschen
Wissenschaftler warnen seit Langem vor den Gefahren von Mikroplastik für die Umwelt und die menschliche Gesundheit. Diese winzigen Partikel wurden bereits in Muttermilch, der Plazenta und sogar im Gehirn nachgewiesen. Nun haben Forscher der Universität Bonn einen neuen Filter entwickelt, der eine der Hauptquellen bekämpfen soll: das Abwasser aus Waschmaschinen.
Eine typische Waschmaschine in einem Vier-Personen-Haushalt setzt pro Jahr bis zu 500 Gramm Mikroplastik frei. Diese Partikel stammen von Textilfasern, die sich beim Waschen lösen. Der Großteil landet in Kläranlagen, wo sie sich im Klärschlamm absetzen, der oft als Dünger verwendet wird.
Der neue Filter ist von Fischkiemensystemen inspiriert, genauer gesagt von deren Kiemenreusen. Erste Tests zeigen, dass er über 99 Prozent des Mikroplastiks aus dem Abwasser filtert. Im Gegensatz zu vielen anderen Filtern verstopft dieses Design kaum und könnte kostengünstig produziert werden.
Die Universität Bonn und das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik haben die Technologie bereits patentieren lassen. Das gefilterte Mikroplastik lässt sich anschließend komprimieren und mit dem normalen Hausmüll entsorgen. Die Forscher fordern nun die Hersteller auf, das System zu übernehmen und für künftige Waschmaschinen weiterzuentwickeln.
Der Filter bietet eine praktische Lösung, um die Mikroplastikbelastung aus einer häufigen Haushaltsquelle zu verringern. Bei flächendeckender Einführung könnte er verhindern, dass große Mengen dieser schädlichen Partikel in die Umwelt gelangen. Der nächste Schritt hängt davon ab, ob die Hersteller die Technologie in neue Waschmaschinenmodelle integrieren.






